Donnerstag, 7. Dezember 2023
Josef Ulrich: Illustrationen zu Karl Mays Ardistan und Dschinnistan, 2. Band
Montag, 4. Dezember 2023
Josef Ulrich: Illustrationen zu Karl Mays Ardistan und Dschinnistan, 1. Band
Josef Ulrich ( 1857 - 1930 in Raudnitz) war ein tschechischer Zeichner und Illustrator. Über sein Leben ist fast nichts bekannt. Mehr als 800 Bilder schuf er für die tschechischen Karl-May-Ausgaben des Verlags Josef Villimek.
Das Urpferd benahm sich so, als ob es von Amphibien stamme.
Ich trug den Adler zur Frau des Scheiks.
Mittwoch, 15. September 2021
Věnceslav Černý: Bilder zu Karl Mays Geschichten um den Alten Dessauer
Die Geschichten um den Alten Dessauer stammen aus der früheren Schaffenszeit Karl Mays. Sie erschienen in den Jahren 1875 bis 1884 in verschiedenen Zeitschriften. 1921 publizierte der Karl-May-Verlag, Radebeul bei Dresden einen Band mit sieben dieser Humoresken unter dem Titel Der alte Dessauer.
Die tschechische Ausgabe mit den Illustrationen von Věnceslav Černý erschien im Verlag
Die drei Feldmarschalls
Der Pflaumendieb
Er vollendete vor Erstaunen seine Rede nicht. Der erste Hieb war durch eine blitzschnelle Bewegung des Jünglings parirt worden, und bei dem zweiten begegnete der Stock des Letzteren demjenigen Leopolds mit solcher Kraft, daß dieser dem Fürsten aus der Hand und weit fort über die Straße flog.„Donnerwetter,“ schnaubte der Entwaffnete, „da fliegt der Knüttel zum Teufel; fahre Er mit, Er Lumpazi Hallunki Vagabundus!“
Er faßte den Gegner, der sofort den Stock fallen ließ, bei den Schultern und versuchte, ihn niederzuringen, brachte es aber nicht zu Stande. Mit ausgespreizten Beinen stand der Jüngling lächelnden Angesichtes wie eine Mauer da, ohne sich zu wehren, ohne jegliche Bewegung. Leopold wandte seine ganze Kraft auf, ihn aus dem Gleichgewichte zu heben, vergebens; er fluchte und tobte; sein Grimm wuchs mit jeder neuen nutzlosen Anstrengung, bis er völlig vor Wuth schäumte.
Der Scherenschleifer
1. Der Krautpopel
„Halt ihn auf, halt ihn auf!“ brüllte der Fürst. „Her, schnell her mit den Pferden, Klas.“
„Gleich!“ rief dieser. Im Nu saß er auf dem einen Thiere und im nächsten Augenblicke der Lieutenant auf dem andern.
„Gute Verrichtung, meine Herren!“ rief der letztere. „Seid so gut und vergeßt den Lieutenant Seeström nicht.“ „Und auch seinen Feldwebel Klas Baldauf nicht!“ rief der Hausknecht.
Im Galoppe, so daß die Ackererde hinter den Hufen der Pferde aufflog, ging es über Stock und Stein, durch Dick und Dünn davon.
2. In der Patsche
Der Schleifer blickte sich um, machte einen Sprung zwischen den Offizieren hindurch und wollte entfliehen. Da riß Leopold sein Pferd in die Höhe, setzte ihm nach und ritt ihn einfach über den Haufen.
Fürst und Leiermann
„Gebt Raum ihr Canaillen, sonst schlage ich Euch das Spazierholz um die Köpfe, daß Euch die Beulen wie die Bomben platzen!“
„Er hat einen falschen Fuß, der Betrüger!“ johlte es ihm entgegen. „Der Kerl ist kerngesund. Haut ihn durch, haut ihn durch!“
Ein Fürst-Marschall als Bäcker
Beim "Alten"
„Zurück!“ rief der Lieutenant und trat bei Seite, indem er nun auch die Rechte an den Griff seines Säbels legte.
„Kerl, Hund, Du wagst es, die Hand an die Waffe zu legen! Hundsfötter, da nimm!“
Der Stock sauste nieder.
Incognito's
Ein guter Fang
Da Agnes eilte, so kam sie ihm immer näher. Im Vorübergehen wollte sie ihn grüßen, und auch er wandte sich zu ihr, da er ihre nahenden Schritte vernommen hatte. Beider Blicke fielen auf einander, und Beide blieben sogleich in höchster Ueberraschung stehen.
„Agnes!“ rief er.
„Wilhelm!“ rief sie, und zwar unter einem freudigen Leuchten ihrer großen, schönen Augen. „Herr Gott, wie kommst Du nach Studenetz?“
(Original nicht erhalten)
Er flog über eine Wiese und dann über frisch besäete Felder. Nun hörte er auch Hufschlag hinter sich, und bald war er von Reitern umgeben.
„Da vorn flieht er!“ rief er ihnen zu.
„Wer?“
„Der Trenck!“
„Und wer ist denn Er?“
„Alle Wetter, Rittmeister, nehme Er mich gefangen, aber lasse Er Seine Schwadron deployiren. Da vorn flieht der Trenck; er darf uns nicht entgehen!“
Deckelbild der tschechischen Ausgabe
Samstag, 21. August 2021
Věnceslav Černý: Bilder zu Karl Mays Winnetou IV (Winnetous Erben)
Nach der Teufelskanzel
„Uff!“ sagte Athabaska. „Hier hat Jemand in der Sprache der Liebe gesprochen! Wer mag das gewesen sein?“
„Ein Bleichgesicht jedenfalls nicht“, antwortete Algongka.
Er bückte sich nieder und hob einige der Blumen auf, um sie zu betrachten. Athabaska tat dasselbe. Beide wechselten einen schnellen, überraschten Blick.
„Sie sind noch frisch, vor noch nicht einer Stunde abgeschnitten!“ meinte Athabaska.
„Und vor noch nicht einer Viertelstunde hierhergelegt“, stimmte Algongka bei, indem er die Spuren unserer Füße, die im Grase noch deutlich zu sehen waren, betrachtete. „So sind es also doch Bleichgesichter gewesen!“
„Ja, diese hier! Sprechen wir mit ihnen?“
„Wie mein roter Bruder will. Ich überlasse es ihm.“
Die Häuptlinge hatten ganz richtig vermutet. Wir hatten die Blumen nicht von Niagara mitgebracht, sondern sie waren von hier, und zwar ganz frisch geschnitten. Das Herzle hatte zwei davon zurückbehalten, für sich eine und für mich eine. Die bisherigen, kurzen Sätze der beiden Indianer waren im Apatsche gesprochen worden. Jetzt legten sie die Blumen sehr zart und vorsichtig wieder dahin, wo sie gelegen hatten, und Athabaska wandte sich in englischer Sprache an uns:
„Wir glauben, daß ihr die Spenderr dieser Blumen seid. Ist das richtig?“
„Ja“,
„Hund!“ brüllte er mich an. „Das sollst du mir büßen!“ Und zu seinen Kameraden gewendet, fügte er hinzu: „Kommt schnell hinein in den Hof! Die Abmachung darf nichts gelten! Er muß sie alle wieder herausgeben, sie alle!“
Er rannte mit ihnen fort. Da ich nun einmal auf dem Pferd saß, konnten sie mich nicht mehr daran hindern
Am Ohr des Manitou
„O Manitou, o Manitou!“
Weiter sagte sie nichts.
Am Nugget-tsil
„Darf man denn nicht einmal fragen, warum Ihr jetzt gerufen habt?“
„Das will ich Euch wohl sagen: Ich bin auf Gold gestoßen.“
„Wirklich?“
„Ja - auf etwas Hartes, Breites. Das Loch ist zu schmal. Ich muß es größer machen. Aber ich allein, ich allein! Wer mir zu nahe kommt, den schlage ich nieder, sei er, wer er sei!“
Am Deklil-to
Am Mount Winnetou
Bei seinem Erscheinen war jedermann verstummt, so tief wirkte seine geheimnisvolle, unwiderstehliche Persönlichkeit. Als er aber diesen Namen nannte, flüsterte es rund um mich her:
„Old Shatterhand? Old Shatterhand? Ist doch nicht hier! Kann unmöglich hier sein! Oder doch, oder doch?“
„Ich bin es“, antwortete ich, indem ich hervortrat und langsam auf ihn zuschritt.
Kämpfe
Der Sieg
Als ich mich hinaufgeschwungen hatte, konnte ich ganz bequem in die Stube sehen. Da standen zwei rohe Brettertische mit ebenso rohen Sitzen. Die Sprechenden waren fünf Männer, von denen ich vier sofort erkannte, nämlich die beiden Enters, Tusahga Saritsch und To-kei-chun. Man denke sich mein Erstaunen darüber, daß auch diese beiden letzteren sich hier befanden; der fünfte war jedenfalls der Wirt.
„Flieht, flieht! Rettet euch!“ brüllten die Arbeiter, indem sie von der Figur fortstürzten.
Kaum war das geschehen, so gab es ein unbeschreibliches Getöse, ein Poltern, Prasseln, Knattern, Platzen, Bersten, Schmettern, Brausen und Dröhnen. Der Boden öffnete sich. Ein Abgrund gähnte. Die Figur drehte sich mit ihrer ganzen, gewaltigen Unterlage langsam um sich selbst und verschwand dann mit einem Schlag, als ob uns die Ohren platzen sollten, in der Tiefe. Und nicht nur die Figur, sondern auch alles, was sich in der Nähe befand, die Gerüste, die Stangen, die Balken, die Masten mit den Beleuchtungskörpern, alles, alles wurde mit hinabgerissen. Im nächsten Augenblick herrschte tiefste Dunkelheit. Tausende von Stimmen vereinten sich zu einem einzigen, großen Schrei des Entsetzens.
































