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Mittwoch, 12. August 2020

Josef Ulrich: Bilder zu Karl Mays Winnetou, 2. Band

Die Illustrationen von Josef Ulrich für Karl Mays Winnetou , Band 2, erschienen 1902 im tschechischen Verlag Josef Richard Vilimek, Prag.


Als Detektiv


Die See war dunkel und das Land auch; ich konnte in der dichten Finsternis die eine nicht von dem andern unterscheiden, mir also keine zum Landen passende Stelle suchen und trieb mit dem Kopfe in der Weise gegen eine Klippe an, als hätte mir jemand mit einem Beil einen Hieb gegeben. Ich hatte noch die Geistesgegenwart, mich schnell an diesem Fels emporzuarbeiten, und verlor dann das Bewusstsein.

"Vielleicht begegnen wir uns wieder!"
"Schwerlich. Ich gehe heut hinüber ins Texas und will nach Mexico hinein...."

"Sir, ich begreife Sie nicht!" rief die Dame erstaunt.
"Ich werde Ihnen behilflich sein, mich zu verstehen. Erlauben Sie mir nur, eine kleine Verändeurng meiner Person vorzunehmen."
Bei diesen Worten nahm ich die dunkle Perücke, den Vollbart und auch die Brille ab. Die Dame trat erschrocken zurück.

Blitzschnell hatte ich bei den Hinterläufen, schwang seinen Körper und schleuderte ihn mit dem Kopf voran gegen die Mauer, dass der Schädel zerbrach.

Noch standen wir beide da, die Revolver drohend in den Händen, als ein weiterer Gast eintrat -- ein Indianer.....mit einem Wort es war Winnetou, der Häuptling der Apachen, mein Blutsbruder.

Er zog seinen Revolver. Da aber geschah etwas, was er nicht erwartet hatte. Der Apache schlug ihm die Waffe aus der Hand, fasste ihn an den Hüften, hob ihn empor und schleuderte ihn gegen das Fenster, welches natürlich in Stücke und Scherben ging und mit ihm hinaus auf die Strasse flog.

Nachdem ich mir noch einige Kleinigkeiten, wie Taschentücher usw., welche Old Death natürlich für ganz überflüssig hielt, ausgesucht hatte, musste ich in einen kleinen Nebenraum treten, um mich umzuziehen. Als ich in den Laden zurückkehrte, betrachtete der Alte mich wohlgefällig.

Die Kerls steckten die Köpfe zusammen und zischelten unter sich, wagten es aber nicht, wieder eine laute Beleidigung hören zu lassen.

Die Kukluxer


Dann trat er an das Pult, um zu schreiben. Old Death zog mir hinter dem Rücken des Mexikaners eine Grimasse, aus welcher ich ersah, dass er sich höchst befriedigt fühle.

Er blickte wirr und erstaunt umher und machte dann eine Bewegung, aufzuspringen, wobei er nach der Leibesgegend griff, in welcher sich vorher die Tasche mit dem Revolver befunden hatte. Old Death aber drückte ihn schnell wieder nieder, hielt ihm die Spitze des Bowiemessers auf die Brust und drohte: "Ruhig, mein junge! Nur einen unerlaubten Laut oder eine Bewegung, so fährt dir dieser schöne Stahl in den Leib!"

Als ich die Türe geöffnet hatte, blieb ich mit Old Death stehen, um die Andern an uns vorbei zu lassen.

Den Überlisteten wurden die Hände auf den Rücken gebunden.

Wie wir beide tanzten, welches Unheil mein alter Freund anrichtete, indem er mit seiner Tänzerin zu Boden stürzte, wie die Gentlemen zu trinken begannen - davon schweige ich.

Ueber die Grenze


Nach kurzem Suchen fanden wir eine Stelle, wo das Wasser seicht über blinkende Kiesl glitt. Da hinein lenkten wir die Pferde, um hindurch zu reiten.

Er erhob sich in sitzender Stellung und tat einen tiefen, tiefen Atemzug. Seinem dick beschmierten Gesichte war keine Gemütsbewegung anzusehen, aber doch bemerkten wir sofort, dass wir ihm das Herz sehr erleichtert hatten.

Wir durften zum Feuer treten, an welchem ein einzelner Krieger sass. Man konnte ihm nicht ansehen, ob er jung oder alt war, denn auch sein Gesicht war über und über gefärbt...
(Die Darstellung des Kriegers in Ulrichs Bild ist nicht ganz richtig, denn hätte er Mays Text genau gelesen, hätte er auf die Federhaube verzichtet, denn May schreibt: Sein Haar hatte er in einen hohen Schopf geflochten, in welchem die Feder des weissen Kriegsadlers steckte.)

Bäume erhoben sich vor uns, und endlich sahen wir etwas Weisses aus dem Grün uns entgegenschimmern.
"Das ist die Estanzia del Caballero," sagte Old Death.
(Original nicht erhalten.)

Ich trat auf die Sennora zu, nahm ihre Hand auf die Spitzen meiner Finger, bückte mich auf diesselbe und zog sie an die Lippen. Die Dame nahm meine Höflichkeit so wohlwollend auf, dass ie mir ihre Wange darreichte, um auf derselben den Beso de cortesia, den Ehrenkuss zu empfangen...

Ich sprang augenblicklich in das Wasser  und legte mich, nach dem andern Ufer schwimmend, auf den Rücken. Nach wenigen Augenblicken brach er durch das Gesträuch, sah mich und zielte.

Durch die Mapimi


...eine hohe, starke Gestalt, mit bärtigem Gescht und von martialischem Aussehen.
"Was soll ich?" fragte er, indem er uns mit einem finstern, feindseligen Blicke mass.

Ich hatte das Zeitungsblatt mit Ohlerts Gedicht in derselben. nahm es heraus und las langsam und mit lauter Stimme den ersten Vers.Ich glaubte, der Klamg seines eigenen Gedichts werde ihn aus seiner geistigen Unempfindlichkeit reissen. Aber er blickte fort und fort auf sein Knie nieder.

Allen Apachen voran war einer mit gewaltigem Stosse durch die Linie der Comanchen gedrungen. Er hatte in der Linken den Revolver und in der Rechten den hoch erhobenen Tomahawk. Während jede Kugel aus dem ersteren mit Sicherheit einen Comanchen niederstreckte, suaste das Schlachtbeil wie ein Blitz von Kopf zu Kopf.
(Das Original ist nicht erhalten.)

"Der weisse Biber mag hierher sehen. Meine Büchse ist sehr hungrig auf ihn."
Aller Augen wendeten sich nach der Stelle, von welcher aus die Worte ertönten. Dort stand Winnetou, hoch aufgerichtet mit angeschlgenem Gewehre. Die beiden Läufe desselben blitzten nacheinander auf. Der weisse Biber stürzte getroffen nieder und neben ihm einer der Unterhäuptlinge.

Der Comanche liess die Hände wieder sinken. Ich nahm ihm die Sachen ab und hing sie Old Death um, worauf dieser den ausgestreckten Arm mit dem Revolver zurückzog.

Zugleich spornte er sein Pferd an, dass es in einem weiten Bogen über das Feuer wegsetzte und drüben eine Bresche in die Reihen der Comanchen riss. Sam, der Neger, war der erste hinter ihm. Er ritt den Häuptling nieder.

Jetzt erhob Winnetou abermals die Hand, indem er den Handteller flach horizontal ausstreckte. Wir sahen alle Apachen, welche wir mit dem Blicke erreichen konnten, ihre Gewehre anlegen. Weit über vierhundert Schüsse krachten.
(Original ist nicht erhalten.)

"Das ist ein Mensch!" rief Old Death. "Wir wollen hin."
Er stieg auf und wir mit ihm. Als wir uns der Stelle näherten, erhoben sich die beiden Tiere und trollten davon. Sie hatten am Ufer des Baches gesessen, und mitten im Bache erblickten wir einen unbedeckten menschlichen Kopf, welcher aus dem Wasser sah. Das Gesicht wimmelte vor Mücken, welche in den Augen, den Ohren, in der Nase und zwischen den Lippen sassen.

"Nicht schiessen!" rief ich, da ich ihn ja lebendig haben wollte. Aber es war zu spät. Ein Krach und er stürzte aus meinen Armen, durch den Kopf geschossen , tot zu Boden.

Old Firehand


Er warf das Pferd zur Seite, schlug im raschen Trabe einen Kreis um mich, hob den Arm und drückte, ehe ich nur eine Ahnung haben konnte, auf mich ab. Ich fühlte einen leisen Ruck an meiner kahlhäutigen Kopfbedeckung und sah zur gleichen Zeit die Helianthusblüte, welche ich an die Mütze gesteckt hatte, vor mir niederfliegen.

Swallow war schneller gewesen als das lohende Element.

Im Nu flammte das Pulver auf und brachte das dürre Gras in glimmenden Brand. Die Lunte schwingend, versetzte ich ich sie in helle Flamme und gab mmit dem andern Arme das Zeichen zum Halten.

Er stellte sich vor den Häuptlimg und fragte mit hörbar freudigem Tone: "Hat Winnetou die Gestalt und die Stimme seines Freundes vergessen?" "Uff!" antwortete mit ebensolcher Freude der Gefragte. "Wie kann Winnetou vergessen Old Firehand, den grössten unter den weissen Jägern, obgleich er ihn seit vielen Monden nicht gesehen habe!"

Mit drei Schnitten war die Kopfhaut des Gefallenen vom Schädel gelöst. Wie grimmig musste der sonst so menschenfreundliche Apache diesen Tim Finney gehasst haben, da er ihm die Kopfhaut nahm!

In der Festung


...da sah ich aus der schmalen und niederen Türe eine Gestalt schlüpfen, welche wohl kaum durch mein Kommen gestört worden sein konnte; denn sie bemerkte mich gar nicht und trat, den Rücken mir zugewendet, an den Rand des Felsens und warf, das Auge mit der erhobenen Hand beschattend, einen Blick hinunter in die Tiefe.

Die beiden Indianer standen jetzt von uns abgewendet, gerade vor uns und suchten nach Fussspuren im Boden.

...und bald setzten wir uns in Bewegung, die allerdings eine so deutliche Spur zurückliess, dass der hinterher gehende Winnetou alle Mühe hatte, sie nur einigermassen zu verwischen.

Ich feuerte die Schüsse des Revolvers rasch hintereinander auf die dunklen Gestalten ab.

Mit leisen, aber raschen Sprüngen schnellten wir hinter den die Gefangenen nach sich schleppenden Indianern her, und obgleich sie gezwungen waren, eine infolge ihrer Last gegen uns gewandte Haltung einzunehmen, gelang es uns doch, unbemerkt an sie zu kommen.

Winnetou wandte den leblosen Körper mit dem Fusse um und sprach: "Die Schlange von Atabaskah wird nicht mehr zischen und den Häuptling der Apachen nennen mit dem Namen eines Pimo. Mein Bruder nehme seine Waffen zurück."

Der Pedlar


Ich mochte eine Stunde geschlafen haben, als ich durch eine Bewegung meines Pferdes aufgeweckt wurde. Es rührte sich nie, so lange ich bei ihm lag, ausser wenn etwas Ungewöhnliches passierte; jetzt hatte es den Kopf hoch erhoben und sog die Luft  misstrauisch durch die Nüstern.

Er lag an der Erde und kam an die Tür gekrochen. Die Hand erhebend, befühlte er dieselbe. Im Nu hatte ich sie ganz geöffnet, lag auf ihm und fasste mit beiden Händen seinen Hals.

Der Eine von ihnen hatte ein Tuch um die Stirne gewickelt, und der Andere trug den linken Arm in der Binde; der Dritte war unverletzt. Sie sahen uns mit misstrauischen, ja ängstlichen Blicken entgegen. "Was rennt ihr denn in dieser Weise, Mesch'schurs?" feagte ich , als wir bei ihnen anhielten.
"Wissen wir, wer und was ihr seid?" antwortete der älteste von ihnen.

Das waren zwei Menschenaugen; dort im Gebüsch steckte einer, der uns beobachtete. Winnetou wollte, ohne eine auffällige Bewegung zu machen, ihn durch den Knieschuss zwischen die Augen, die allein sichtbar waren, schiessen.

Bei dem Auf- und Niederschlagen meines Kopfes bekam dieser eine Richtung, welche es mir ermöglichte, seitwärts zu blicken. Da sah ich Winnetou liegen, krumm geschlossen, in Form eines Ringes, ungefähr in der Weise, welche  man durch den Ausdruck in den Bock gespannt zu bezeichnen pflegt.

...schwang sich blitzschnell in den Sattel, um zu fliehen; ebenso schnell hatte ich sein Pferd beim Zügel und noch viel, viel schneller schwang sich Winnetou hinter ihm auf, um ihn beim Genick zu nehmen. Rollins sah in mir, weil ich sein Pferd hielt, den gefährlicheren Feind, zog sein Doppelpistol hervor, richtete es auf mich und drückte ab.


Donnerstag, 6. August 2020

The Sorcerer's Stone illustrated Charles Sarka

Charles Nicholas Sarka (1879 - 1960). Americam graphic artist, painter and illustrator.





Frontispiece


 

THE SORCERER'S STONE



THE JUMPING BAMBOO


THE EMPTY DIVING DRESS



THE FIGHT AT TWELVE FATHOMS



THE SECRET OF THE STONE OVEN COUNTRY



HOW THEY BURIED BOBBY-THE-CLOCK



CONCERNING A CASSOWARY AND A HYMN BOOK