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Sonntag, 10. April 2022

Hans im Glück mit Bildern von Felix Hoffmann

 



Hans hatte sieben Jahre bei seinem Herrn gedient. Da sprach er zu ihm: "Nun wollte ich gerne wieder heim zu meiner Mutter, gebt mir meinen Lohn. Der Herr antwortete:"Wie der Dienst war, so soll der  Lohn sein", und gab Hans ein Stück Gold so gross wie Hansens Kopf.

Hans wickelte den Klumpen in ein Tüchlein, setzte ihn auf die Schulter und machte sich auf den Weg,



Da kam ein Reiter. Hans sagte: "Das Reiten ist ein schönes Ding, man kommt fort und weiss nicht wie.
Der Reiter hielt an und sagte: "Weisst du was, wir wollen tauschen: Ich gebe dir mein Pferd, und du gibst mir deinen Klumpen. Er stieg ab, nahm das Gold und Half Hans hinauf.
 

Hans war glücklich, als er so frank und frei dahinritt. Er meinte, es sollte noch schneller gehen und rief: "Hopp, hopp!"

Aber eh sich's Hans versah, war er abgeworfen und lag im Graben. Das Pferd wäre durchgegangen, wenn es nicht ein Bauer aufgehalten hätte.


Der trieb eine Kuh vor sich her. Hans sagte; "Ich setz mich nimmermehr aufs Pferd. Da lob ich mir eure Kuh, man kann gemütlich hinterhergehen und hat noch Milch und Butter jeden Tag. Wenn ich nur so eine Kuh hätte."

Der Bauer sagte: "Ich will wohl die Kuh gegen dein Pferd tauschen."
 
 

 Hans willigte mit tausend Freuden ein. Der Bauer schwang sich aufs Pferd und ritt davon.


Hans ging mit der Kuh. Da bekam er Durst. Er dachte: "jetzt will ich meine Kuh melken."
 

Die Kuh war aber alt, und es kam kein Tropfen Milch, und weil er sich so ungeschickt anstellte, gab ihm das Tier einen solchen Schlag, dass er hinfiel.



 

Da kam gerade ein Metzger mit einem Schwein. Ja, wer so ein Schwein hätte", dachte Hans, "der hätte Fleisch und Würste dazu!" "Hör", sprach der Metzger, "ich will dir das Schwein für die Kuh lassen."



Hans gab die Kuh und nahm den Strick mit dem Schwein.
 

Hans ging weiter und überdachte, wie ihm doch alles nach Wusch ginge.
 


Da begegnete ihm ein Bursche, der eine schöne weisse Gans unter dem Arm trug. Hans dachte: "Von einer Gans hat man Federn und einen guten Braten dazu". Er sprach lass uns tauschen!"




Als er mit der Gans weiter ging, traf er einen Scherenschleifer, der sang ein Liedchen. "Euch geht's gut", sagte Hans, "da ihr so lustig seid."

 


"So werd auch ein Schleifer", sagte der, "dann geht's dir auch gut. Hier hast du einen Wetzstein, gib mir dafür die Gans."

 


...und gab ihm noch einen Feldstein dazu. Hans lud sich die Steine auf und ging vergnügten Herzen weiter.

An einem Brunnen wollte er drinken. Er legte seine Steine auf den Rand. Da stiess er daran, und  beide plumpsten in die Tiefe.


Er sprang vor Freude auf und dankte Gott, dass er ihn auf so gute Weise von den Steinen befreit hatte, die ihm doch nur hinderlich gewesen wären.
 


"Juhe, so glücklich wie ich ist kein Mensch unter der Sonne", rief er. Und mit leichtem Herten sprang er fort, bis er bei seiner Mutter war.






Freitag, 20. März 2015

Schweizer Sagen mit Bildern von Felix Hoffmann, 1.Part

Heiny Widmer, ehemaliger Konservator, Kunsthaus Aarau schreibt über den Künstler Felix Hoffmann

Felix Hoffmann liesse sich ausstellungsmässig, wollte man das tun, auf die verschiedenste Weise inszenieren: man könnte ihn fixieren auf das Bild des einfühlsamen Märchenillustrators und ihn in die Tradition der grossen einschlägigen Zeichner stellen. Man könnte in ihm den Glasmaler sehen, der sich von der mittelalterlichen Tradition herschreibt; man könnte ihn als den Schilderer der engeren Heimat, der Stadt Aarau, des Juras, der näheren Lebensumgebung verstehen, und man könnte ihn zu jenen grossen handwerklichen Begabungen in der Kunst zählen, die virtuos jedes Medium, jedes Instrument zu handhaben verstanden.
Ja, man könnte in einem Wurf alle diese Eigenschaften zusammengenommen darstellen. Aber man würde dabei nie ganz in die Tiefe gelangen: denn Hoffmann war in erster Linie ein Künstler und als solcher ein Besessener, ein nie erlahmender Sucher nach dem Sinn seiner Arbeit und nach seiner eigenen Sendung.

 Schutzumschlag (Dustcover)

Rückseite (Backside)
Text von Arnold Büchli, Verlag Sauerländer AG, Aarau 1971

As every country Switzerland has its own legends and folk tales. It is impossible to tell here all the stories, however, you may enjoy the pictures of the Swiss artist Felix Hoffmann (1911 - 1975), who is famed for his illustrations to a wide range of books, fairytale collections and others, and for his stained glass windows, frescoes, and etchings.
Below, you will find a short text for the first famous legend: The Devil's Bridge.

Die Teufelsbrücke
The Devil's Bridge
A Swiss herdsman who often visited his girlfriend had either to make his way across the Reuss River with great difficulty or to take a long detour in order to see her.
It happened that once he was standing on a very high precipice when he spoke out angrily, "I wish that the devil were here to make me a bridge to the other side!"
In an instant the devil was standing beside him, and said, "If you will promise me the first living thing that walks across it, I will build a bridge for you that you can use from now on to go across and back. The herdsman agreed, and in a few moments the bridge was finished. However, the herdsman drove a chamois across the bridge ahead of himself, and he followed along behind.
The deceived devil ripped the animal apart and threw the pieces from the precipice. 
Die kegelnden Riesenbrüder

Der Stier von Uri

Der ungetreue Sohn

Wie einer das Jodeln lernte

 Die Schwarzen Buben

Der Ritter von La Sarraz

 Der schwarze Widder

Das Taubenloch

Der Geist mit der Fackel

Die schwarze Fee

Der hungrige Wolf

Die Sträggele und der Türst

Obän üss und niänän a!

Die Nidelgret

Der Stiefelreiter

Die brennenden Männer

Die Pestleutchen

Die Seele auf der Wanderschaft

 Die alte Spinnerin

Die Weissagung vom Erdbeben

Die hinkende Kuh

Die lebendig gewordene Puppe


Die Strafe des Rinderhirten