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Sonntag, 26. Juli 2020

Josef Ulrich: Bilder zu Karl Mays Winnetou 1. Band

Die Illustrationen von Josef Ulrich für Karl Mays Winnetou , Band 1, erschienen 1902 im tschechischen Verlag Josef Richard Vilimek, Prag.

Erstes Kapitel

Ein Greenhorn


 "Was ist denn das? Ihr geht ja mit diesem Gun wie mit einem leichten Spazierstock um, und doch ist es das schwerste Gewehr, welches ich kenne! Besitzt Ihr denn eine solche Körperkraft?"

Kaum war dies geschehen, so begann der Gaul zu bocken.

...und wollte den famosen Hut hinzufügen; als er ihn abnahm, blieb zu meinen Entsetzen sein ganzes Kopfhaar an demselben hängen. Es war wirklich zum Erschrecken, welchen Anblick nun sein hatloser, blutigroter Schädel bot.

Zweites Kapitel

Klekih-petra


Unser Sprung ging grad in die Schlammlache hinein, in welcher der Büffel sich gewälzt hatte; ich sah es und nahm die Füsse aus den Bügeln, zu meinem Glücke, denn das Pferd glitt aus und wir stürzten.
  
...ich sah, dass er die Hörner senkte; ein Stoss und er hob das Pferd samt dem Reiter empor...

Sam Hawkens flog, einen unendlich brillaten Purzelbaum schlagend, weit durch die Luft und auf die Erde nieder.

Das Gewehr zersplitterte wie Glas in meinen Händen; so einem Schädel ist nicht einmal mit einem Schlachtbeil beizukommen; aber ich hatte doch den Erfolg, den Grizzly von seinem Opfer abzulenken. Er drehte den Kopf nach mir um...

Er richtete sich wieder auf, blitzte mich vor Wut funkelnden Augen an, zog sein Messer und rief: "Das sollt ihr mir bezahlen! Ihr habt mich schon einmal geschlagen, und ich werde dafür sorgen, dass Ihr Euch nicht zum dritten mal an mir vergreifen könnt." Er wollte einen Schritt auf mich zu tun; da hielt ich ihm meinen Revolver entgegen...

Sie gingen fort und schritten langsam das Tal hinab, bis sie um eine Biegung verschwanden.

Da öffnete dieser langsam die Lider; er sah Winnetou über sich gebeugt; ein seliges Lächeln glitt über seine so schnell eingefallenen Züge, und er flüsterte:
"Winnetou, schi ya Winnetou - Winnetou, o mein Sohn Winnetou!"

Drittes Kapitel

Winnetou in Fesseln


So sass ich, während die andern sich ihr Fleisch schmecken liessen, still am Feuer und grübelte in mich hinein, bis Sam Hawkens mich aus meinem Sinnen weckte: "Was ist's mit Euch, Sir? Habt Ihr keinen Hunger?"

"Was ist das hier, Sam?" fragte ich, nicht wenig stolz, als Neuling recht zu bekommen.
 Seine kleinen  Äuglein schienen sich in ihre Höhlen verkriechen zu wollen, und sein listiges Gesicht zog sich in die Länge. "Pferdestapfen!" antwortete er erstaunt.

Da trat Sam vor das Gebüsch hinaus, hielt beide Hände hohl an den Mund und stiess einen schrillen, weithin schallenden Ruf aus, welcher ihnen bekannt zu sein schien, denn sie hielten ihre Pferde an und schauten zurück.

"Vom Himmel kommt der Sonnenstrahl und der Regen, von ihm kommt jede gute Gabe und aller Segen...

"Hat der berühmte Häuptling der Kiowas Lust, in einigen Augenblicken in die ewigen Jagdgründe zu gehen?" Der Gefragte, welcher uns den Rücken zukehrte, richtete sich aus seiner gebückten Haltung auf, drehte sich zu uns herum und antwortete grob: "Warum stören mich die Bleichgesichter mit dieser albernen Frage?...."

Dort sammelten wir vom Rande des Gebüsches dürre Äste.

Seine Hand fuhr blitzschnell in den Gürtel, um das Messer zu ziehen, da aber traf ihn schon mein Faustschlag gegen die Schläfe.

Die Apachen waren zu beiden Seiten des offenen Grasstreifens an die Bäume gebunden worden....
Nach wieder einer guten halben Stunde befand ich mich endlich hinter Winnetou und seinem Vater, vielleicht vier Schritte von ihnen entfernt.

Viertes Kapitel

Zweimal um das Leben gekämpft


Aber er hatte einen harten Schädel; er war nicht vollständig betäubt und wollte wieder auf. Darum musste ich mich zu ihm niederbücken, um ihm noch einen Hieb zu geben,...

Der mutige Sam ging ihnen eine kurze Strecke entgegen und gab ihnen mit beiden Arnen das Zeichen, stehen zu bleiben.

"Stich zu, Hund!" forderte er mich auf. "Sprich nicht abermals, sondern handle, roter Knabe!" antwortete ich.

Er holte zum Stosse gegen meine Brust aus.

Er ergriff meine Hände, und ich fühlte seinen Bartwald auf meinem Gesichte, denn er gab mir einen Kuss auf die Stirn.

Das Mädchen blickte von ihrer Arbeit auf und erhob sich, als sie mich sitzen sah, um sich mir zu nähern.

"Schweig, Hund!" fuhr ihn Intschu tschuna an. "Du hast nur das zu sagen, was ich wissen will, mehr aber nicht!...

"Hinein mit dir!" schrie Intschu tschuna abermals und versetzte mir einen Fusstritt in denRücken.

Dann nahm er mich bei der Hand und zog mich fort, hin nach der Stelle, an welcher, uns mit jedem ihrer Blicke beobachtend, seine Schwester stand.

Fünftes Kapitel

"Schöner Tag"


...brachte Schöner Tag mir eine  prächtig geschnittene Friedenspfeife und Tabak dazu. Sie stopfte sie mir selbst und setzte den Tabak dann in Brand.

Dennoch heulte und zeterte er, als ob er alle Qualen der Hölle fühlte...

Winnetou bekam die Schale mit meinem Blute und ich die mit dem seinigen in die Hand, dann sagte Intschu tschuna: "Die Seele lebt im Blut....

 Ich sah die Beiden. Sie sassen eng  nebeneinander mitten in einem wilden Pflanzengebüsch, mit dem Rücken nach mir,...

 Er pflanzte sich, die dünnen, krummen Beinchen weit auseinander spreizend, höchst anspruchsvoll vor mir auf und fragte: "Sir, kennt Ihr vielleicht den Mann, der jetzt vor Euch steht?"

 "Ja, meine Perücke ist an dem Holzsplitter hängen geblieben und der Hut heruntergerissen worden und zu Boden gefallen."

 ...und er begann einen langsamen, grotesken Tanz, welcher um so seltsamer war, als er sich das Gesicht mit einer schrecklich aussehenden Maske bedeckt und den Körper mit allerlei wunderlichen, teils auch ungeheuerlichen Gegenständen behangen hatte.

 Als er mit der Neun zu Ende war, wurden seine Schritte immer schneller, bis er im Galopp um den Rock sprang, wobei er ein lautes Geheul hören liess und seine Arme wie Windmühlenflügel bewegte.


Ich nahm den Bärentöter auf und schoss sie Beide nieder...
(Das Original ist nicht erhalten)

 Ich fasste Sam beim Arme und riss ihn mit mir fort, in das Wäldchen hinein....

 Er setzte sich auf einen Stein; ich tat desgleichen und lieferte ihm einen genauen, wahrheitsgetreuen Bericht.

 Ich bin später einigemal mit Winnetou am Nugget-tsil gewesen, um die Gräber zu besuchen. Wir haben sie immer unverletzt gefunden.

Sechstes Kapitel

Sams Befreiung


...da oben suchte man gewiss keinen Horcher; ich stieg von dem niedrigen auf den hohen und streckte mich auf demselben lang aus.

 "Tut eure Büchsen weg, Mesch'urs," forderte ich sie auf, als wir sie ziemlich erreicht hatten.

 Der Häuptlingssohn erreichte mit seinem Kanoe das Ufer, wollte es anbinden und dann forteilen; er bückte sich. Da tauchte ich bei ihm auf; ein Fausthieb streckte ihn nieder...

 Er hatte sein Messer zwischen die Zähne genommen und flog auf den Feind in weiten Sätzen zu, wie ein ricochettierender Stein, den man flach gegen das Wasser wirft.

 Es lässt sich gar nicht beschreiben, wie mein Erscheinen ihn erschreckte. Er wollte sprechen, brachte aber kein Wort heraus;....

Er hielt mir die gefesselten Hände entgegen, um mich zu begrüssen.



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