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Samstag, 2. Februar 2019

LES CONTES DROLATIQUES PAR HONORE BALZAC illustrée par Gustave Doré



Wie sich der Seneschall mit seines Weibes Jungfrauschaft herumschlug


Der Seneschall hatte gehofft und geglaubt, er könne die aufsässige und aufmuckende Jungfernschaft seiner Frau ducken und zähmen, indem er sie anhielt, sich in Wald und Feld auszutoben.

"Die edeln Herren im Touranerland sind allesamt mit vielen Kindern gesegnet, und ihre Frauen gebären sie ihnen schockweis..."

Da machte sich noch am selben Tag Blanche auf den Weg zur Muttergottes von Esgrignolles, prächtig angetan wie eine Königin, auf ihrem schönen Zelter,...

...und den Befehl über seine reisigen übergab er einem alten einbeinigen Haudegen, mit dem er sich lange Zeit im Heiligen Land und anderswo herumgeschlagen hatte.



 Was nur eine lässliche Sünde ist



Blanche fand den Abt in einem abgelegenen Garten....



Hierauf beichtete die Seneschallin im Handumdrehen den Kleinkram ihrer Sünden....

"Und wie hat es denn die Jungfrau Maria angestellt? "Sachte, sachte!" gab der Abt ihr zur Antwort. "Dies ist ein Mysterium!"


"Ach", seufzte Blanche, "wäre doch dieser Edelknabe nur schon fünfzehn Jahre alt, wie gerne wollte ich in seiner Nähe einschlafen!"

Wie und von wem besagtes Kind gezeugt wurde


Und ohne dass irgendein anderes Wunder oder Geheimnis im Spiel gewesen wäre, sprosste dank einer gütigen Fügung, welche das erhaltende Prinzip der Ehemänner ist, das anmutige und zierliche Gefieder, das dem Hahnreien so wohl ansteht, auf dem Kahlkopf des guten Ehegemahls, ohne dass er das mindeste davon spürte.

Anderntags brach Renatus von Jallanges zum grossen Kloster auf, mehr seiner Herrin Heil zuliebe und um ihrer Seelenruhe willen, als zu seiner eigenen Rettung...

Wie besagte sündhafte Liebe schwer gesühnt ward und wie eine grosse Trübsal daraus entstand.


"Gott wird fünfe gerade sein lassen. Geht jetzt", fuhr der Abt fort, "und sündigt hinfort nicht mehr. Dies angenommen, ego te absolvo..."


...und schaute mit Wohlbehagen auf die schönen blinkenden Harnische, die ihm alle seine frischfrühlichen Erlebnisse im Heiligen Lande wieder ins Gedächtnis riefen...
 

Mit seiner haarigen Rechten packte er seine schwere Kampfkeule, hob sie hoch, schwang sie in der Luft und handhabte sie so leicht und sicher, als wär'seine Kugel im Kegelspiel, um sie hernach auf die blasse Stirn des blutjungen Renatus niedersausen zulassen.

Als Blanche darauf von obgenannten Abt erfuhr, was für eine Busse ihrem vielgeliebten Herzensfreund war auferlegt worden, fiel sie in schwere Trübsal und sprach zuweilen: "Wo weilt er, der Arme, der Unselige, der um seiner Liebe willen inmitten von Todesgefahr leben muss?"

Blanche legte über seinen Tod echte und tiefe Trauer an den Tag und beweinte ihren Gemahl...

...weil sie von ihrem Freunde, dem Kreuzfahrer, niemals auch nur das kleinste Lebenszeichen erhielt, so glaubte die arme Gräfin, er sei tot.


Er rannte auf seine liebe Mutter zu,...., und rief: "Oh Mutter! Ich muss dir etwas erzählen. Drunten im Hof habe ich einen Pilgermann stehen sehen, de hat mich ganz stürmisch in die Arme genommen!"




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