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Freitag, 28. Dezember 2018

Rübezahl illustriert von Woldemar Friedrich

Woldemar Friedrich (* 20. August 1846 in Gnadau; † 16. September 1910 in Berlin) war ein deutscher Maler und Illustrator. Er war Mitglied der Willingshäuser Malerkolonie.
Friedrich bildete sich seit 1863 auf der Kunstakademie in Berlin bei Carl Steffeck und ging 1865 nach Weimar, wo er seine Studien bei Arthur von Ramberg, Charles Verlat und Bernhard Plockhorst fortsetzte. Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870 und 1871 betätigte er sich auch als Zeichner, vor allem für die Zeitschrift Daheim und lieferte die Illustrationen zu Georg Hiltls Werk über den deutsch-französischen Krieg. Nach einer Reise nach Italien kehrte er 1873 nach Weimar zurück, wo er teils als Illustrator tätig war, teils dekorative Malereien (unter anderem im Schloss Hummelshain) ausführte und auch einige Genrebilder malte. 1881 wurde er Professor an der Kunstschule in Weimar.(Wikipedia)

Woldemar Friedrich

Wir zeigen seine illustrationen zu Karl August Müller: Rübezahl, der Herr des Riesengebirges. Für die Jugend erzählt, Leipzig, Abel & Müller, (ca. 1900)
 

Frontispiz



Wie Rübezahl zu seinem Namen kam

...da erblickte er plötzlich die Gestalt eines lieblichen Mädchens; rings um sie hatten sich ihre Gespielinnen ins Gras gelagert, an einem Wasserfall...er wollte sich des heiteren Bildes in nächster Nähe erfreuen, verwandelte sich deshalb in einen schwarzen Kolkraben und schwang sich auf einen hohen Eschenbaum, der wWasserbecken überschattete...

Ihre Verwunderung ging über alles, da sie den Ort ganz verändert fand; die rohen Felsen waren mit Marmor und Alabaster umkleidet,  das Wasser stürzte nicht mehr in einem wilden Strom von der steilen Bergwand, sondern rauschte, durch glänzendes Gestein im Laufe gehemmt,  mit sanftem Gemurmel in ein weites Marmorbecken herab,...

Sie gab der dritten Rübe die Gestalt einer Elster. "Flieg hin, beredsamer Vogel", sprach sie, "von Baum zu Baum, bist Du gelangst zu Ratiber, meinem Verlobten; berichte ihm meine Gefangenschaft...

Kurz darauf erblickte er eine Elster, die auf den Zweigen hin und wieder flog und ward inne, dass der gelehrige Vogel ihn beim Namen rief.

...schwang sich hoch in die Luft und sah die flüchtige Emma in der Ferne, als eben das schnelle Ross über die Grenze  setzte. Wütend ballte der ergrimmte Geist ein paar friedlich vorüberziehnede Wolken zusammen und schleuderte der Fliehenden einen kräftigen Blitz nach,...


Alsbald bewaffneten sich Gerichtsdiener mit Spiessen und Stangen, umringten das Schenkenhaus, griffen den unschuldigen Schneidergesellen und führten ihn vor die Schranken der tatsstuben...

"Ja Herr", sprach sie, "ich bin seine Mörderin, ich habe ihn gereizt, einen Strassenraub zu begehen und einen harmlosen Krämer zu plündern; da haben ihn die Herren von Hirschberg gegriffen, Halsgericht über ihn gehegt, und o herzeleid! morgen muss er sterben."

Wie sie nun dahin kamen, fanden sie nichts als einen Strohwisch am Galgen, mit alten Lumpen bedeckt, wie man pflegt in die Erbsen zu stellen, die genäschigen Spatzen damit zu vertreiben.


DER SCHÄFER

Da mit einemmal raste ein brausender Sturm über das Gebirge und jagte die Tiere in wildem Lauf in die steinigen Felsenklüfte und grausigen Abgründe, wo sie alle zu Tode stürzten.

DER ARZT

"Elender Wurm," donnerte der Unhold das dürre, klappernde Männchen, das schlotternd in die Knie gesunken war und die Arme flehend emporhob, mit gewaltiger Stimme an, "jetzt will ich dir zeigen, wer Herr es Gebirges ist;..."

DER REICHE KAUFMANN
Gierig griff er danach und öffnete eiligst das kunstvolle Schloss, die Türe sprang auf und - o Entsetzen! Da stand Rübezahl mit einem riesigen Kopf, grossen Augen, die gleich glühenden Kohlen in ihren Höhlen herumrollten,...


RÜBEZAHL ALS WURZELMANN
Alles eilte nach dem Wirtshaus; hier standen die Dorfmusikanten schon vor der Tür und bliesen jedem neuen gast einen schmetternden Willkomm entgegen.


DER GOLDMACHER

Plötzlich tauchte vor ihm ein bläulich schimmerndes Flämmchen empor, das bald nah, bald fern auf und nieder schwebte, als wollte es ihn locken, ihm zu folgen.


DER FLÖTENSPIELER
Da trat ein vornehm aussehender, reich gekleideter Herr zu ihm,...er fragte den verblüfften Klaus nach seinem Begehr und erhielt die stotternde Antwort, dass er gekommen sei, um sich auf der Flöte hören zu lassen.


Peter sah mit Entzücken dem fröhlichen Spiel zu und sprang jubelnd auf einem Bein hüpfend herum, doch wurde er plötzlich durch ein paar schallende Ohrfeigen aus seinem Freudentaumel gerissen, die, wie er sich sich bald überzeugte, von den knochigen Händen der Muhme herrührten.

Und richtig, da trat aus dem Waldesdunkel des Jägers kräftige Gestalt und schritt auf die Stelle zu, wo Peter sass....Er jubelte laut über den glücklichen Fang, und der Jäger betrachtete mit Wohlgefallen den emsigen, fröhlichen Knaben.


DER BÖSE VOGT

Am meisten jammerte die hübsche Anna, die liebliche Braut des Gefangenen; die Tränen rannen ihr stromweise aus den gutmütig blickenden Augen, die sonst so fröhlich in die Welt schauten;... Da sprengte plötzlich aus dem Schatten des Waldes auf schneeweissem Ross ein Ritter hervor; dessen Rüstung glänzte wie von gediegenem Gold,...

Da lag zusammengekrümmt der furchtsame Watzmann, welcher, anstatt um seine Freiheit  mutig zu kämpfen, sich feige verkrochen hatte. Der Ritter packte ihn am Genick, trug ihn mit kräftiger Faust hinaus auf den Hof...


"Ehe Ihr uns erzählt", hub er an, "woher Ihr kommt, wohin Ihr geht und welche Wissenschaft ihr treibt, wollen wir Eurem Magen Genüge tun...


- Düster, fast wehmutsvoll starrte er in die prasselnde Glut des Kamins und gedachte längst entschwundenen Zeiten...


"Kommet mit mir, edler Ritter", sagte dieser freundlich zu ihm, "meine Hütte ist zwar klein, doch biete sie Euch ein schützendes Obdach".


SCHÖN SUSCHEN
 
"Könnt Ihr mir wohl sagen, ob in diesem Dorf ein Köhler Stephan wohnt?" - "Der bin ich selbst", antwortete der Kranke, und im nächsten Augenblick lag das Mädchen an seinem Hals und schluchzte: "So seid Ihr mein lieber Ohm!"

Mit silberheller Stimme sang sie ihre Lieder und begleitete sie auf der Zither;...

"Jetzt komm her, Susi!" sprach er zu dem überraschtem Mädchen, "gib Acht, wie ich es mache!"

Kaum war sie  aus der Pforte der Kirchhofsmauer getreten, so kam ihr der Kräutersammler entgegen und reichte ihr einen frischen blühenden Strauss...



Als Rübezahl diese Worte gesprochen hatte, fühlten sich die Gesellen mit unsichtbaren Macht von dem Ziegenbock angezogen, sie mussten seine Zotteln umfassen und hingen dann gleich Nähnadeln an der Magnetspitze.

RÜBEZAHLS BERGWIESE
 
...er hielt seinrabenschwarzes Pferd plötzlich an, drehte es herum und schnob den verblüfften Kilian mit barschen Worten an: "Wie kannst Du Dich unterfangen, hier Gras zu mähen? Wer gab Dir die Erlaubnis dazu?"



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