.

Dienstag, 29. März 2016

Josef Ulrich: Bilder für Karl Mays Durch die Wüste, 1. Teil

Josef Ulrich ( 1857 - 1930 in Raudnitz) war ein tschechischer Zeichner und Illustrator. Über sein Leben ist fast nichts bekannt. Mehr als 800 Bilder schuf er für die tschechischen Karl-May-Ausgaben des Verlags Josef Villimek. Es wird ihm vorgeworfen, dass er den Humor oft überbetone und viele seiner Figuren deshalb ins Lächerliche verzerrt seien. Mag sein, aber man Karl May auch zu ernst nehmen, sind doch seine Figuren wie Sam Hawkens, Hobble-Frank, Tante Droll, Old Death usw. oft selbst nahe an der Karikatur.
Die Bilder wurden aus zwei Buchausgaben ausgewählt, denn sie enthalten zum Teil verschiedene Bilder. Leider ist die Druckqualität der tschechischen Ausgaben jener Zeit oft nicht befriedigend, was sich natürlich durch einen Scan nicht verbessern lässt.


EIN TODESRITT

Während der Unterhaltung war eräusserst lebhaft; er wedelte mit den zügellosen Beinen, gestikulierte mit den dünnen, braunen Aermchen und versuchte seinen Worten durch ein so lebhaftes Mienenspiel Nachdruck zu geben, dass ich alle Mühe hatte, ernst zu bleiben.

Es waren die Fährten dreier Tiere.

"Ist das nicht ein Mensch, Sihdi, welcher hier liegt?"

Noch war ich nicht weit gegangen, so stieg mit lautem Flügelschlag ein Geier empor und ich bemerkte an dem Orte, von welchem er sich erhoben hatte, ein Kamel liegen.

Als wir den Rand der Vertiefung erreichten, hatten sie bereits zu ihren Gewehren gegriffen.

"Setze dich, wenn ich dich nicht niederschiessen soll!"

...in dern Schutze eine breite, niedere Hütte lag,  aus der bei unserem Anblick ein Araber trat und meinen kleinen Halef freudig entgegeneilte. "Sadek, mein Bruder, du Liebling des Kalifen!"

"Verzeihe, dass ich dich vergass! Tretet ein in mein Haus, es ist das eurige!"

"Allah aber wird euch strafen..."

So waren wir bereits über drei Stunden unterwegs, als sich Sadek zu mir wandte:
"Nimm dich in acht, Sihdi! Jetzt kommt die schlimmste Stelle  des ganzen Weges."

...zwischen den nächsten Wellenhügeln fiel ein Schuss. Der Führer warf beide Arme empor, stiess einen unartikulierten Schrei aus, trat fehl und war im nächsten Augenblick unter der Salzdecke veschwunden, die sich sofort wieder über ihm schloss.


Ich war verloren, wenn mich nicht eins rettete: noch während das Pferd im Versinken war und sich mit den Vorderhufen vergeblich anzuklammern suchte, stützte ich die beiden Hände auf den Sattelknopf,...

...wir achteten nicht darauf, wohin uns unser Lauf führte - er stiess einen entsetzlichen, heiseren Schrei aus, und ich warf mich sofort zurück. Er verschwand unter dem salzigen Gischte, und ich stand kaum dreissig Zoll vor seinem heimtückischen Grabe.

Ich sprang hinzu, riss die Büchse herab und hielt sie ihm entgegen.

IM HAREM

Die stromaufwärts gehende Bewegung unseres Fahrzeuges brachte uns mit einem kühlenden Luftzuge in Berührung.

Jetzt blitzte auch in meiner Hand die Waffe, die man in jenen Ländern niemals weglegen darf.

Seine Augen waren weit geöffnet, die Adern seiner Stirne zum Berstengeschwollen und seine Lippenblau vor Wut, aber ich hielt ihm den Revolver entgegen, und er blieb eingeschüchtert vor mir halten.

Sie zog den Arm hinter die Hüllen zurück und liess dann ein zartes Händchen erscheinen, an dessen Goldfinger ich einen sehr schmalen Reifen erblickte, welcher eine Perle trug.

Isla sprang, die Pfeife fortwerfend, mit einem einzigen Rucke empor.

EINE ENTFÜHRUNG

Er rollte hin bis an ihre Füsse; sie bückte sich schnell und hob ihn auf.

Isla zog seine Kleideraus und stieg hinein.


Sie stieg herab und Isla unterstützte sie.

(zwei Bildvarianten der gleichen Szene)
Ich ergreife einen der der vorhandenen Dattelbaststricke, eile an das Seitenbord und werfe ihn dem Bedrohten zu. Er fasst danach - ergreift ihn -  wird emporgezogen - es ist - Abrahim Mamur.

Ich zog den Revolver, und Halef, der dies sah, seine Pistolen.


ABU-SEIF

"Ergreift ihn!" gebot der Basch, indem er selbst jedoch sein Pistol vorsichtig sinken liess.

Jetzt kam ein kleines Floss zum Vorschein, auf welchem ein Mann kniete.


WIEDER FREI

Ich nahm den Griff fest zwischen die Zähne und sägte mir die Fesseln entzwei.

Er stand im nächsten Augenblick drüben am Ufer.

So flog er ganz regelrecht aus dem Sattel und über den Kopf des Kamels hinweg herunter in den Sand.

"Mein Weg ist überall", antwortete sie.

"Da ist sie, blicke sie an!" sagte der Scheik.

Die Gefangenen wurden je an ein Kamel gebunden, und die Reiter derselben wandten sich zurück, um die Gefangenen in das Lager zu schaffen.


IN MEKKA

Halef erhob sich von seinem Platze, um ihr das beschriebene Geschenk zu überreichen.

Ein Fausthieb warf den Diener weit zur Seite, und im nächsten Augenblick sass ich im Sattel, den Revolver in der Hand.

Er lag mit geschlossenen Augen im Sand und rührte sich nicht.

Plötzlich erhob sich der Gefangene und schnellte zwischen zwei Ateïbeh hindurch.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen