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Mittwoch, 2. April 2025

James Fenimore Cooper: Der letzte Mohikaner illustriert von Leo Bauer

 



 

 Der Zug war noch nicht lange vorüber, als die Zweige des Gebüsches, welche das Dickicht bildeten, vorsichtig auseinandergebogen wurden und ein Menschengesicht, so trotzig und furchtbar, als wilde Kunst und ungebändigte Leidenschaft es machen konnten, den sich entfernenden Fusstritten der Reisenden nachblickte.


Die Pferde waren hier an einigen Sträuchern festgebunden und sollten die Nacht stehend im Wasser verbringen.
 

 Das Buch  ward bei einer Hymne aufgeschlagen, die für ihre Lage nicht übel passte...Kora fühlte Neigung ihre Schwester zu unterstützen, und der heilige Gesang begann...Die Indianer hefteten ihre Augen auf die Felsen und horchten mit einer Aufmerksamkeit, als ob sie in Stein verwandelt wären...

 
...so dass er hilflos, zwischen Himmel und Erde hing, ein schrecklicher Anblick!
 

Sooft sie glaubte, es unauffällig tun zu können, hob sie die Hand, um einen herabhängenden Zweig im Vorüberreiten zu knicken. Doch der Wachsamkeit der Huronen entging keine ihrer  Bewegungen.. Einmal, da es ihr geglückt war, einen Zweig zu brechen, wobei sie absichtlich ihren Handschuh hatte fallen lassen hob einer der Wilden diesen auf, brachte ihn ihr zurück....

 
Beinahe wäre es diesem gelungen, ihm sein Messer in die Brust zu stossen, nur mit äusserstem Kraftaufwand gelang es dem Major, sich seines Gegners zu erwehren.

 
Eines der abziehenden Weiber trug ein rotes  leuchtendes Tuch, das einem beutegierigen Huronen verlockend in die Augen stach. Er drängte sich durch den  Haufen und griff darnach.
 
 
"Magua  ist ein grosser Häuptling, komm mit mir zu meinem Stamme."


Heyward aber trat wieder an die freie Luft; denn er fühlte sich zu aufgeregt, den heilsamen  Rat zu befolgen, den er soeben seinem greisen Vater gegeben hatte. Auch litt es ihn nicht lange an der Stelle, wo Falkenauge und seine Genossen Feuer anmachten und ihr Abendessen aus gedörrten Bärenfleisch einzunehmen begannen.


Da schwang auch Falkenauge wie zur Antwort seine lange Büchse über dem Kopfe. Neues Wutgeheul ertönte, das von einer  neuen Salve begleitet wurde.


Und in der Tat entdeckte Unkas bald den Eindruck eines Indianerfusses, der gewiss aus Unvorsichtigkeit aufs feuchte Moos getreten war.


 Heyward nahm sich zusammen.. Er wusste, nun galt es keine Verwirrung zu zeigen Er begann seine Zauberformeln zu murmeln, als ein schreckliches Brummen vom Eingang her ihn unterbrach.

 
Aus einer der Wohnungen schob indes ein alter Biber den breiten Kopf hervor, als wolle auch er an der Unterhaltung teilnehmen. Nachdem die Huronen im Walde wieder verschwunden waren, kam er ganz hervor, die Bibermaske fiel zur Seite und statt ihrer erschienen Chingachgooks ernste Züge.
 

 Die Weiber bereiteten Die Morgenmahlzeit; aber nur zu oft unterbrachen sie ihre Arbeit und traten in Gruppen zusammen, um eine Sache zu bereden, die allen gleich wichtig zu sein schien.


Der Jäger lachte sein leises, herzliches Lachen: "Nicht so übel," meinte er, "für einen von der königlichen Armee....

 
Die Arme des Huronen verliessen ihren Halt, sein Leib fiel ein wenig zurück, während seine Knie noch in ihre Lage blieben....


Am Morgen meines Lebens sah ich mein Volk stark und glücklich, und ehe die Nacht hereingebrochen ist, muss ich leben, um zu schauen das Grab des letzten Mohikaners!


Sonntag, 30. März 2025

James Fenimore Cooper: Der Wildtöter, illustriert von Leo Bauer

 Leo Bauer (1872–1960), deutscher Maler, Zeichner und Radierer.

 

1923
 


 

 
Wenige Minuten sass sie neben ihm, dann sang sie mit ihrer leisen, reinen Stimme  eines jener frommen LIder, die sie von ihrer Mutter einst gelernt, und die jedem der Zuhörer ans Herz griffen.
 
 
 
 
Da erst bemerkte sie in einiger Entfernung die Bärenmutter, die mit zornfunkelnden Augen auf sie zutappte.
 

Dabei wies er lächelnd auf den Freund, der eben vor einem Spiegel stand und sich in dem so bewunderten  Rock von allen Seiten wohlgefällig betrachtete.
 
 
...und nun enspann sich zwischen beiden, die bis zu den Knien im Wasser standen, ein verzweifeltes Ringen.

 
Wieder hatte das Mädchen das Glas vor die Augen genommen, als sie plötzlich einen Ruf der Ueberraschung ausstiess und ihrem Verlobten das Fernrohr hinreichend, ihn aufmerksam machte auf einen Gegenstand, den sie in der Nähe des Kastells entdeckt hatte.
 
 
"Ein Kanu ist's," antwortete diese ruhig "ich bemerkte es schon vorhin...
 

Während Harry Hurry seine beschädigten Mokassins beim unsicheren Schein einer Kienspanflamme ausbesserte und  Chingachgook sich düsteren Betrachtungen hingab, prüfte Wildtöter eingehend Tom Hutters grosse Büchse, die merkwürdiger Weise denselben Namen wie er selber führte.
 

 "Verzeiht, Wildtöter," sagte sie endlich, nachdem sie sich etwas gefasst hatte. "Es ist furchtbar, wenn man seinen eigenen Namen nicht weiss."


Ein junger Wilder trat hervor; die Franzosen hatten ihm den bezeichnenden Namen Corbeau rouge, rote Krähe, gegeben,  weil er sich so mgerne reden hörte. "hört," rief er "wie das weisse Schwein zu grunzen beginnt; er hört das Klirren der Messer in der Gürteln der Huronen...
 

 
 Rivenoak trat mit einer höflichen Bewegung auf sie zu. Judith mass ihn mit stolzem Blick, dann sagte sie: "Weisheit spricht aus deinen Zügen, ich will mit dir reden."


...aus demWalde drang deutlich ein gleichmässiger, stampfender Ton, und gleich darauf blitzten  zwischen den Baumstämmen die scharlachroten Röcke einer geschlossen heranrückenden Abteilung englischer Soldaten hervor.
 
Auch die Ueberreste drr Arche entdeckten sie, gestrandet in einer zahlreichen Buchten.
 


Donnerstag, 27. März 2025

E. Falkenhorst: Ein Afrikanischer Lederstrumpf illustriert von Fritz Bergen

  Fritz Bergen (* 5. November 1857 in Dessau; † 9. Januar 1941 in München) war ein deutscher Maler und Illustrator.

 

 

 Marsch durch die Savanne (Frontispiz)


Der weisse Medizinmann
 
 
Vor dem Fetischtempel
 
 
Das Schlachtopfer
 
 
Kriegstanz der Sklaven
 


 

Montag, 24. März 2025

DER SPION von J.F. COOPER illustriert von EDUARD KLINGEBEIL

Der Maler und Illustrator Eduard Klingebeil, geboren am 23. März 1863 in Neuchatel (Schweiz) ging 1878 zur See und widmete sich erst der Kunst, nachdem er infolge Unfalls den Seemannsberuf aufgegeben musste.



Frontispiz


Aber ehe er noch seine Bitte beendet hatte, unterbrach ihn die Frau ärgerlich und hastig: "Was einen Fremden soll ich in diesen bösen Zeiten ins Haus nehmen...

Dann im Nu hatte er die rote Perücke, die seine schwarzen Locken verhüllte, und ein grosses Pflaster, das sein Gesicht unkenntlich machte, von sich geschleudert und sich aus seiner gebückten Haltung, die ihn viel älter erscheinen liess, aufgerichtet. "Vater, lieber Vater," rief der hübsche, junge Mann....


Während er handelte, war sein Gesicht ganz Leben Tätigkeit, Beweglichkeit mit einem Zuge ungewöhnlicher Schlauheit.

Als Cäsar mit dem edlen  Reitpferd des Reisenden erschien, half der Hausierer dienstbeflissen bem Festbinden des Sattelgurts und beim Aufschnallen des Mantelsacks un des blauen Mantels des Fremden.


"Und ich Kapitän Wharton, von Sr. Majestät 60. Infanterieregiment," sagte Heinrich mit einer steifen Verbeugung.

Das Treffen


"Ha," rief der andere, indem er aus seinem Sinnen auffuhr und Heinrichs Arm sorgsam betrachtete.


Blitzschnell war der Hausierer wieder aif den Beinen, ergriff den Pallasch des gestürzten Offiziers, der diesem beim Sturz mit dem Pferde aus der Hand gefallen war, und stand nun, ihn schwingend, zu Häupten seines soeben zum Bewusstsein zurückkehrenden, sonst aber hilflosen Feindes.

Birchs Vater war von seinem Bette aufgestanden und wankte zur Stube herein.


"Hier," sagte Käthe rasch, "hier sind fünfzehn Guineen, und diese Kommoden und dieses Bett ist alles mein...

Der Doktor verneigte sich beifällig, nahm sin Glas in die Hand, räusperte sich ein paar mal zum Ergötzen einiger am unteren Ende des Tisches sitzender Fähndriche und sang dann mit fetter Stimme und nach etwas, was allem anderen als einer Melodie glich, folgendes Liedchen....

"Kannst du den Schurken nicht in meinem Zimmer schnarchen hören, du Schmutzfink, du?" sprudelte Betty hervor, während ihr ganzer Körper vor Wut bebte.

"Soll ich ermordet werden, so feuert. Euer Gefangener werde ich nie!"
"Nein, Mayor Dunwoodie," sagte Birch, die Flinte senkend, "ich habe weder die Absicht, Sie gefangen zu nehmen, noch Sie zu töten."

Es entstand eine verlegene Pause und die Lage des Brautpaars begann peinlich zu werden...

"Nun bin ich an der Reihe," sagte Lawton und hob bedächtig zielend seine Waffe.

"Ergebt euch, ihr Knechte König Georgs," schrie der erstere und setzte seine Muskete Sitgreaves auf die Brust.

...da nahm sie jemand in seine Arme und trug die halb Ohnmächtige durch die niederfallenden  Funken und das Dunkel ins Freie.

Singleton wendete sich, tiefen Gram im Antlitz, von der Knieenden ab und zog sich zu den andern beiden Richtern zurück, indem er sich sanft von dem verzweifelten  Mädchen, das ihn gewaltsam zurückzuhalten suchte, losmachte.

"Harper!" wiederholte der Hausierer, während er seine Brille wieder  aufsetzte; "was wissen Sie von Harper?

...sobald Harvey seinem Pferde einen Schlag gab, um es anzuspornen, trieb auch Heinrich die elende Mähre, auf der er ritt zu möglichster Eile an.

Die Tür der Hütte aufstossen, sich ihm zu Füssen werfen, seine Kniee mit ihren Armen umklammern und in den Ruf ausbrechen: "Retten Sie ihn; retten Sie meinen Bruder;  halten Sie Ihr Versprechen und retten Sie ihn!"

...ritt er den Flüchtlingen entgegen und versicherte  ihnen mit seiner Stentorstimme, indem er mit dem Säbel auf den Feind zeigte, sie hätten sich im Wege geirrt.

Er fand ihn auf der Rückseite des Hügels, über die der englische Rückzug gegangen war, mit grosser Fassung auf der Erde sitzend und unfähig zu gehen, weil ihm ein Bein zerschossen war.