.

Posts mit dem Label Peter Schnorr werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Peter Schnorr werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 11. Oktober 2015

Peter Schnorr: Illustrationen für Karl Mays DURCH DIE WÜSTE


Erste illustrierte Ausgabe. Karl Mays illustrierte Reiseerzählungen, Band I. Freiburg i.Br., Friedrich Fehsenfeld, 1907.
Der Name des Illustrators Peter Schnorr ist auf der Titelseite nicht zu finden, während im Band IV In den Schluchten des Balkans sein Namen auf der Titelseite verzeichnet ist.

 Auf dem Schott.
Der Nachmittag verging; es waren nur noch zwei Stunden bis zum Abend; da liess sich eine Gestalt erkennen, welche von Osten her langsam der Stelle nahte, an welcher wir uns befanden...

Es wird dort irgend ein Tier verendet sein...

 "Die Mörder haben bereits alles  hinweggenommen, Sihdi. Mögen sie in alle Ewigkeit in der Dschehenna braten. Nichts, gar nichts haben sie zurückgelassen, als das Kamel - und die Papiere, welche dort im Sand liegen."

Wir bogen ein wenig von unserer Richtung ab und fanden unter den Oelbäumen einen prächtigen Platz zum Biwak.

 Omar ging so weit vorwärts als die Decke trug.


Während ich meine Finger an ihr Handgelenk legte...

Wir legten ganz in der Nähe einer Dahabïe an, welche während  unserer Abwesenheit am Ufer vor Anker gegangen war. Ihre Taue waren befestigt, ihre Segel eingezogen und nach dem frommen muhammedanischen Gebrauche lud der Reïs, der Schiffskapitän, seine Leute zum Gebet ein: "Haï al el salah, auf, rüstet euch zum Gebet!"

Ich eilte augenblicklich zum Bassin zurück. Dort war der einzige Ort, wo ich Zuflucht finden konnte. Vorsichtig, damit das Wasser keine Wellen werfen sollte, die mich verraten hätten, glitt ich hinein. Kaum war das geschehen, so öffnete sich die Tür, und es erschien die Gestalt Abrahims, der langsam und spähend den Hof umschritt.

Mit furchtbarer Gewalt rauschten die Wogen jetzt über die von dem Wasser kaum bedeckten Felsblöcke; die Wellen stürzten  schäumend über das Deck, und der Donner des Kataraktes übertäubte jedes, auch das lauteste Kommandowort...

Und die Kinder Israels gingen hinein mitten in das Meer...

Er sah sich in die Enge getrieben und begann, seine Forderugen zu mässigen...

"Wer ist das ?" fragte ich unsern Führer. "Der Radschal el Bab. Er nimmt die Steuern für den Grossherrn ein." Ich drängte mein Eselein bis vor das Loch und nahm, um mir einen Spass zu machen, den Pass heraus. "Was willst du?" "Geld!" "Hier!" Ich hielt ihm das grossherrliche Möhür vor das Auge, welches nicht durch ein Glas geschützt war. "Lutf, dschenabin - Verzeihung, Euer Gnaden!"


Halef machte von dieser Erlaubnis einen sehr ausgiebigen Gebrauch. Die vielleicht  fünfzehnjährige, aber bereits vollständig erwachsene dunkeläugige Schöne schienihm zu gefallen.

Ich sah Mekka vor mir liegen...

Bereits nach kurzer Zeit stand ich vor dem grossen Rechteck, welches das Beith-Allah bildet, und langsam ging ich dasselbe herum. Die vier Seiten bestanden aus Säulenreihen und Kolonaden, über denen sich sechs Minarchs erhoben.

Inmitten der Haddedihn

Ich legte mich auf den Boden nieder und kroch leise und langsam vorwärts. Ich wusste, dass ich den Löwen noch eher riechen würde, als ich ihn bei dieser Dunkelheit zu Gesicht bekommen konnte. Da -es war als ob der Boden unter mir erbebte - erscholl der Donner dieser Stimme seitwärts von mir, und einige Augenblicke darauf c vernahm ich einen dumpfen Schall, wie ein schwerer Körper gegen einen anderen prallt - ein leises Stöhnen, ein Knacken und Krachen wie von zermalmt werdenden Knochen....

Was heisst das?

Ich trat um die Ecke und stand vor ihnen.

Vor einem der Zelte stand ein junges Mädchen, welches ein dort angebundenes Pferd liebkoste...

Der Buluk Emini schien ein Original zu sein. Er ritt kein Pferd, sondern einen Esel, und trug das Zeichen seiner Würde - ein ungeheures Tintenfass - an einem Riemen um den Hals. In seinem Turban staken einige Dutzend Schreibfedern. Er war ein kleines, dickes Männchen, dem die Nase fehlte; desto grösser aber war der Schnurrbart, der ihm an der Oberlippe herabhing...

Wir hatten Baadri hinter uns. Der Weg, unter dem man sich ja nicht einen gebahnten Steig zu denken hat, ging steil bergan und wieder steil bergab, aber mein Rappe hielt wacker aus.


In diesem Hofe erhebt sich das eigentliche Gebäude des Grabmales, welches von zwei weissen Türmen überragt wird...


Peter Schnorr entwarf den Umschlag für die Lieferungshefte zu den illustrierten Reiseerzählungen, der dann leider nur in Schwarzweiss realisiert wurde.

Freitag, 25. September 2015

Peter Schnorr: Illustrationen für Karl Mays IN DEN SCHLUCHTEN DES BALKAN

Peter Schnorr (1862-1912), in Stuttgart geboren, war Plakatmaler, Illustrator und Schriftkünstler. Er war Fehsenfelds erster Illustrator. Schon 1894 entwarf er die farbigen Umschläge für die Lieferungshefte von Mays gesammelte Reiseromanen zum gesamten Orientzyklus.
Von Karl Mays illustrierten Reiserezählungen versah er zwei Bände mit Tonbildern und Textzeichnungen, nämlich Durch die Wüste und In den Schluchten des Balkan. Die Bände erschienen 1908 bei Friedrich Ernst Fehsenfeld, Freiburg i. Br.



Die Verfolgungs-Expedition

 Ein Wink von mir, und die Peitsche des kleinen Hadschi klatschte auf den Rücken des Wächters des Padischah.

 
  Das Pferdgetrappel kam näher. Man hörte deutlich, dass es nur von einem einzelnen Tiere stammte.

 Er schnitt mir nach längerer Wahl zwei der Blüten ab und reichte sie mir über den Zaun herüber.

 Ich warf mehr Reiser auf das Feuer, nahm meinen Fez vom Kopfe, stülpte ihn auf den Büchsenlauf und schob ihn langsam in die Oeffnung. Das sah von drinnen jedenfalls so aus, als ob ich hineinsteigen wollte.

 Hier auf dieser Seite war der Maulesel hinein und drüben wieder hinausgegangen. Unten aber sass auf der weichen Unterlage ein Frauenzimmer, wie so wohlbeleibt ich in meinem ganzen Leben noch niemand gesehen hatte.

 "Derisini tschykar-im - ich häute ab," antwortete die Gefragte.
"Nereje - wohin?"
"Aghyz itschine - in den Mund hinein."

 Nach kurzer Zeit erreichten wir eine kleine Lichtung, an deren Rand ich eine niedrige, länglich gebaute Hütte gewahrte.

 Wie nur so nebenbei, deutete mein Begleiter nach der Hütte hinüber und sagte:
"Dort wohnt ein Bettler."

Ich holte das Paket herein und näherte mich mit demselben dem Lager. Der Mann rührte sich noch immer nicht.

 ...aber schon jagte der Waffenschmied über die Lichtung dahin - auf meinem Rappen und meinen Henrystutzen in der Hand schwingend.

 Rih griff mit den Hinterhufen vor die Vorderhufe und schoss in einem hocheleganten, weiten Bogen hinüber; der Reiter verlor Bügel und Sattel, schlug mit fürchterlichem Gewalt zu Erde nieder und blieb da unbeweglich liegen.

 Das Gasthaus lag abseits des Weges, von einem tiefen Morast umgeben. Ueber denselben warvei dicker,  knorriger Eichenstamm gelegt, rund und umbehauen. Dann kam ein tiefes, breites Loch, in welchem sich einige Schweine wälzten, und aus diesem Loch gelangte man direkt in ein breites Tor.

 Sie trug nur den Rock. Mit der vorderen Seite ihres Körpers an der Leiter, bot sie den blossen Rücken der Peitsche dar, welche einer der Kerle zum dritten Hiebe schwang.

 Da hörte ich draussen eine quickende Stimme fragen: "Wo ist der Mörder?" 
Ich trat hinaus und sah einen kleinen, spindeldürren Mann, welcher eine ungeheure Pelzmütze auf dem Kopfe und ebenso rieseige Bastschuhe an den Füssen trug.
 Wir fanden ein kleines, freies Plätzchen, rings von dichten Sträuchern umgeben. Hier lag die Leiche einer Frau, und zwar in kniender Stellung, mit der Stirn an ein eigentümliches Bauwerk geneigt.

 Der Turm stand hoch, und wirklich führte tief unten so etwas Strassenartiges vorüber nach einem Orte, den wir in der Ferne erblickten.

 Jetzt, da das Licht von unten herauf durch meine Knüppel-Unterlage leuchtete, erschien mir die dieselbe gar nicht mehr so recht zuverlässig.

 "Si - - Sih - - Sihdi, o Mohammed, ich breche durch!"

 Ich bat um die Erlaubnis, die dem Tode Geweihten niederschiessen zu dürfen. Man lachte. Man glaubte nicht, dass die Kugel einem dieser riesigen und starkknochigen Tiere ins Leben dringen werde. Ich bewies ihnen das Gegenteil.

Ich wusste sofort, wen wir vor uns hatten, nämlich den alten Wlastan mit Frau, Sohn und Knecht.

 Sie trat heraus, um uns Platz zu machen.

 Sie begaben sich in die Stube zurück und riefen nun laut nach Bedienung. Der Wirt kam herein, begrüsste sie und entschuldigte sich in höflichen Worten...

 Nach wenigen Schritten bereits sah ich den Mann, welchen mein Pferd gewittert hatte. Er trug die Kleidung und Bewaffnung eines Kawassen und lag ganz gemütlich im weichen Gras und rauchte seinen Tschibuk.

 "Das ist  Ostromdscha", erklärte der Türke.

 Er hatte den rechten Arm mit der Krücke erhoben und schwang sie drohend nach uns.

 Der Weg  mündete auf eine Lichtung. Jenseits derselben sahen wir das Gemäuer der Ruine. Eine aus Gebälk und Steinen ziemlich roh erichtete Hütte lehnte sich an eine hohe, aber halb verfallene Wand.

Da sassen sie alle drei.

Erstausgabe der illustrierten Reiseerzählungen 1908

Peter Schnorr entwarf auch die Deckelbilder für die holländische Winnetou-Ausgabe (Amsterdam -H.J. W. Becht), wobei immer das gleiche Bild aber mit verschiedenen  Hintergrundfarben verwendet wurde.