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Freitag, 10. November 2023

S. Wörishöffer: Unter Korsaren mit Bildern von Karl Mühlmeister

 Karl Rudolf Gustav Mühlmeister (* 3. März 1876 in Wandsbek; † um oder nach 1942 in München) war ein deutscher Kunstmaler und Illustrator.

 


 

 








Donnerstag, 26. Januar 2023

Friedrich Wilhelm Mader: Die Tote Stadt mit Bildern von Karl Mühlmeister

 Karl Rudolf Gustav Mühlmeister (1876–1942/1945) war ein deutscher Maler und Illustrator.

 



 
 


Frontispiz

Das Paläoskop


Münkhuysen zog ein achteckiges Rohr aus der Tasche, ziemlich kurz und dick, und schraubte es auf ein in den Erdboden eingelassenes Gestell fest. Nun begann er durch dieses ganz unbekannte Instrument nach den Sternen zu sehen. Mittels einer kleinen Kurbel stellte er sein Fernrohr ein, das er Paläoskop nannte, weil es, wie er sagte, gestatte, Blicke in uralte, vergangene Zeiten zu tun. Nach wenigen Minuten sagte er: »Jetzt habe ich ihn!« und ersuchte Ernst, durch das Okular zu schauen.
 
 

Mann über Bord!

Alle Rufe und Schreie des Entsetzens und der Warnung kamen jetzt zu spät: schon kämpfte der Held mit den schaumgekrönten Wellen, die ihn jeden Augenblick zu verschlingen drohten. Es schien, als werde er hilflos auf und ab geschleudert, oft verschwand er unter Wasser, doch tauchte er allemal wieder prustend auf und warf sich mit übermenschlich erscheinender Kraft gegen die auf ihn einstürmenden Fluten. Mit Staunen sahen alle, was für ein vorzüglicher, gewandter und kräftiger Schwimmer er war: keiner der anderen hätte sich in diese Strudel gewagt, nicht einmal die italienischen Matrosen, die doch vorzüglich schwammen.


Das Südkreuz

Die Dampfmaschine war inzwischen eingetroffen und wurde dem Schiffe einverleibt. Mittels mächtiger Winden wurde dann das »Südkreuz« auf ein Gestell mit walzenförmigen Rädern gehoben, das reinste Trockendock, und fest mit demselben verbunden. Dann bestiegen unsere Freunde sämtlich mittels einer Strickleiter das Verdeck; Münkhuysen ließ die Kessel heizen und die Maschine in Bewegung setzen, und – siehe da! majestätisch rollte das »Südkreuz« auf seinen zwanzig Rädern durch den Urwald, wie wenn es für Landfahrten gebaut worden wäre.
 
 

An der Eisküste

 
Das »Südkreuz« fuhr nach Osten, die Bankise oder Eisterrasse entlang, die in wechselnder Höhe von fünfzehn bis sechzig Metern und darüber den Südpolarkontinent umgürtet, als letzter Ausläufer der Inlandgletscher. Vorbei an Kap Bird, der äußersten Spitze der vom Erebus ausgehenden Hügelkette, strebte man König-Eduard-des-Siebenten-Land zu.
 
 

Das Verderben vor Augen

 

Nun sollte sich bald die vorhin angedeutete Unvorsichtigkeit rächen: unsere Freunde hatten nämlich, was kaum zu glauben war, vergessen, das Seil auf der Nordseite, der Seite des Aufstiegs, fest zu verankern: es hing da lose hinab. Wie gesagt, hatte es sich auf dem Sattel zwischen zwei Felsen eingeklemmt und einer seiner Knoten hielt es dort an der engsten Stelle fest. Diese Verengung wurde jedoch bloß durch eine dünne vorspringende Felszacke gebildet, die bald absplitterte, als das volle Gewicht der vier Männer aus der Südseite des Seiles hing, ohne irgend ein Gegengewicht auf der Nordseite.

Das Seil gab nach. Die daran Hängenden kamen ins Gleiten. Das Seil rutschte über den Bergsattel, erst langsam, dann immer schneller, je weniger davon auf der anderen Seite als schwaches Gegengewicht herabhing. Münchhausens Last war natürlich bei dem Unfall das Ausschlaggebende.

 

Antarktische Jagden

 

»Ach was!« widersprach Münchhausen: »Ein hochbeiniges Walroß ist das: ich kenne es gut von meiner ersten Südpolarfahrt her. Da es jedoch nicht in der See haust, sondern auf dem Landeis, und sein Haupt etwas ungemein Löwenähnliches aufweist, nannten wir es Eislöwe, wonach man sich zu richten hat!« Obgleich die anderen nie recht an die sagenhafte Südpolexpedition des Spaßvogels glaubten, so nahmen sie doch den Namen an, denn der Kopf des Tieres sah wirklich dem eines Löwen in vergrößertem Maßstabe auffallend ähnlich, abgesehen von den walroßartigen Hauern. Im übrigen war es freilich ein Dickhäuter, der auf massigen Beinen einhertrabte, und auch sein dichter Pelz unterschied es wesentlich vom König der Tiere, doch das war ja für die Benennung belanglos, da man ja sogar eine Robbe »Seelöwe« heißt.


Die Seeschlange

Plötzlich stieß Doktor Maibold einen gellenden Schrei aus: »Sehen sie dort, dort!« rief er schreckensbleich und deutete nach rechts ins Meer hinaus. Alle wandten sich dorthin und da wurde ihnen ein Anblick, der ihre Nerven aufs äußerste erschütterte: über den Meeresspiegel erhob sich ein Kopf, gleich dem eines Krokodils, nur geschmeidiger und von nie gesehener Größe, umwallt von einer weißen Mähne, so daß er sich auch mit einem riesigen Pferdehaupt vergleichen ließ. Aus dem aufgesperrten, wohl zwei Meter langen Rachen starrten drei Reihen scharfer Zähne; die grünschillernden, widerlichen Augen drängten sich gleich Kürbissen hervor. Und dieses unförmliche Haupt erhob sich höher und immer höher über dem Wasserspiegel und wiegte sich an einem Schlangenleib, der einem Urwaldbaum an Dicke glich und sich nach allen Seiten hin bog, neigte und wand in blitzschnellen Bewegungen.
 
 

Ein schwerer Unfall

 
 
Als sie sich der Vulkankette näherten, schoß plötzlich aus einer Felskluft ein grauenhaftes Ungetüm hervor. Es ließ sich in seiner furchtbaren Größe kaum übersehen. Der Hals mit dem verhältnismäßig kleinen Kopf glich einer Riesenschlange in vergrößertem Maßstabe, der Schwanz einem Krokodil, und dazwischen erhob sich haushoch der plumpe Leib auf vier massigen Beinen. Die ganze Länge dieses Ungeheuers betrug mindestens fünfunddreißig Meter.








Samstag, 26. Mai 2018

Karl Mühlmeister: Bilder zu Onkel Toms Hütte

Karl Mühlmeister  (1876 - 1942-45?) lebte in München und war Mitglied des Süddeutschen Illustratorenbunds.










Montag, 27. November 2017

Musäus Volksmärchen der Deutschen illustriert von Karl Mühlmeister, erster Teil

Karl Mühlmeister  (1876 - 1942-45?) lebte in München und war Mitglied des Süddeutschen Illustratorenbunds. Die gezeigte Ausgabe von Musäus Volksmärchen der Deutschen illustriert von Karl Mühlmeister erschien 1921.



 Frontispiz






...wie schauderte sie zurück, da ihr ein Haufen  eingeschrumpfter Jammergestalten an Stäben und Krücken entgegenzitterte, mit Keuchhusten beladen, und ohne jede Kraft sich aufrechttzerhalten.

Er sass unter einer schattenreichen Eiche....Kurz darauf erblickte er eine Elster, die auf den Zweigen hin und wieder flog, und ward inne, dass der gelehrige Vogel ihn beim Namen rief.


Zweite Legende

so vernahm er in der Ferne Menschenstimmen. Drei junge Gesellen wanderten durchs Gebirge, und der keckste unter ihnen rief ohne Unterlass: "Rübezahl, komm herab! Rübezahl, Mädchendieb!"


Jetzt verliess den armen Wicht die standhafte Freudigkeit seines guten Gewissens, er bebte zurück vor den Qualen, die seiner warteten.


Wie er von der Leiter gestossen wurde, zappelte er am Strange nach Herzenslust und trieb das Spiel so arg, dass dem Henker dabei übel zumute ward.



Dritte Legende

Oft lähmte er den Reisigen das Ross, dass es nicht aus der Stelle konnte, zerbrach den Fuhrleuten ein Rad oder eine Achse am Wage, liess vor ihren Augen ein abgerissenes Felsstück in einen Hohlweg hinabrollen...


"Erdenwurm," sprach er, "was treibt dich, mich zu beunruhigen?..."


Vierte Legende

"Rübezahl," rief sie, "komm und friss mir den Schreier!" Augenblicks erschien der Geist in der Köhlergestalt, und trat zum Weibe und sprach: "Hier bin ich, was ist dein Begehr?"


Rasch sprang sie auf, lief damit zu ihrer Nachbarin, zeigte ihr den Fund mit grosser Freude, und diese erkannte es für reines Gold,...

...da tummelte Rübezahl seinen Wirbelwind um den Holzstock herum und stürzte mit einem Male den Glaskorb herrunter, dass der zerbrechliche Kram in tausend Stücke zerfiel.


Fünfte Legende

Nach einer langen Pause der Unterredung hielt der Postkutscher die Pferde an, murmelte etwas zwischen den Zähnen und fuhr weiter, hielt nochmals an und wechselte so verschiedentlich. Johann, der seine Augen fest geschlossen hatte, ahnte nichts Gutes, blickte schliesslich auf und sah mit Entsetzen in der Weite eines Steinwurfs vor dem Wagen eine pechrabenschwarze Gestalt daherwandeln, von übermenschlicher Grösse, mit einem weissen spanischen Halskragen angetan, und das Bedenklichste bei der Sache war, dass der Schwarzmantel keinen Kopf hatte.

...als der Schwarzmantel...wieder aus dem Busche hervor an den Weg trat. Da war nun deutlich wahrzunehmen, dass Johann falsch gesehen hatte. Der Wandersmann hatte allerdings einen Kopf, nur dass er ihn  nicht wie gewöhnlich zwischen den Schultern, sondern wie einen Schosshund im Arme trug.

So0 sehr er aber eilte, so schien es doch nicht, als wenn er aus detr Stelle käme, er sah immer die nämlichen Gegenden und Berge vor sich, ob er gleich die Burg, in welcher er ein Gefangener gewesen war, aus dem Gesicht verloren hatte.




Von ungefähr hob seine Augen auf, siehe da! - ein grausam wilder Bär schritt auf ihn zu.


Aber einen Augenblick nachher war das Meerwunder über Wasser, sperrte einen abscheulichen Rachen gleich der Höllenpforte auf, und aus dem finstern Schlunde schallten, wie aus einem  unterirdischen Gewölbe, vernehmlich diese Worte hervor: "Kühner Fischer, was beginnst du hier?..."


...und machte sich mit seinem Schwert einen Weg durch den Busch....

 
Dennoch erreichte er das Ufer nicht eher als mit hereinbrechender Nacht.




Das edle Paar tappte lange im Dunkel, ehe sie sich aus diesen Irrgängen herausfanden und des Tages Schimmer durch den fernen Eingang einer unförmlichen Felsenhöhle hereindämmern sahen.