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Montag, 24. März 2025

DER SPION von J.F. COOPER illustriert von EDUARD KLINGEBEIL

Der Maler und Illustrator Eduard Klingebeil, geboren am 23. März 1863 in Neuchatel (Schweiz) ging 1878 zur See und widmete sich erst der Kunst, nachdem er infolge Unfalls den Seemannsberuf aufgegeben musste.



Frontispiz


Aber ehe er noch seine Bitte beendet hatte, unterbrach ihn die Frau ärgerlich und hastig: "Was einen Fremden soll ich in diesen bösen Zeiten ins Haus nehmen...

Dann im Nu hatte er die rote Perücke, die seine schwarzen Locken verhüllte, und ein grosses Pflaster, das sein Gesicht unkenntlich machte, von sich geschleudert und sich aus seiner gebückten Haltung, die ihn viel älter erscheinen liess, aufgerichtet. "Vater, lieber Vater," rief der hübsche, junge Mann....


Während er handelte, war sein Gesicht ganz Leben Tätigkeit, Beweglichkeit mit einem Zuge ungewöhnlicher Schlauheit.

Als Cäsar mit dem edlen  Reitpferd des Reisenden erschien, half der Hausierer dienstbeflissen bem Festbinden des Sattelgurts und beim Aufschnallen des Mantelsacks un des blauen Mantels des Fremden.


"Und ich Kapitän Wharton, von Sr. Majestät 60. Infanterieregiment," sagte Heinrich mit einer steifen Verbeugung.

Das Treffen


"Ha," rief der andere, indem er aus seinem Sinnen auffuhr und Heinrichs Arm sorgsam betrachtete.


Blitzschnell war der Hausierer wieder aif den Beinen, ergriff den Pallasch des gestürzten Offiziers, der diesem beim Sturz mit dem Pferde aus der Hand gefallen war, und stand nun, ihn schwingend, zu Häupten seines soeben zum Bewusstsein zurückkehrenden, sonst aber hilflosen Feindes.

Birchs Vater war von seinem Bette aufgestanden und wankte zur Stube herein.


"Hier," sagte Käthe rasch, "hier sind fünfzehn Guineen, und diese Kommoden und dieses Bett ist alles mein...

Der Doktor verneigte sich beifällig, nahm sin Glas in die Hand, räusperte sich ein paar mal zum Ergötzen einiger am unteren Ende des Tisches sitzender Fähndriche und sang dann mit fetter Stimme und nach etwas, was allem anderen als einer Melodie glich, folgendes Liedchen....

"Kannst du den Schurken nicht in meinem Zimmer schnarchen hören, du Schmutzfink, du?" sprudelte Betty hervor, während ihr ganzer Körper vor Wut bebte.

"Soll ich ermordet werden, so feuert. Euer Gefangener werde ich nie!"
"Nein, Mayor Dunwoodie," sagte Birch, die Flinte senkend, "ich habe weder die Absicht, Sie gefangen zu nehmen, noch Sie zu töten."

Es entstand eine verlegene Pause und die Lage des Brautpaars begann peinlich zu werden...

"Nun bin ich an der Reihe," sagte Lawton und hob bedächtig zielend seine Waffe.

"Ergebt euch, ihr Knechte König Georgs," schrie der erstere und setzte seine Muskete Sitgreaves auf die Brust.

...da nahm sie jemand in seine Arme und trug die halb Ohnmächtige durch die niederfallenden  Funken und das Dunkel ins Freie.

Singleton wendete sich, tiefen Gram im Antlitz, von der Knieenden ab und zog sich zu den andern beiden Richtern zurück, indem er sich sanft von dem verzweifelten  Mädchen, das ihn gewaltsam zurückzuhalten suchte, losmachte.

"Harper!" wiederholte der Hausierer, während er seine Brille wieder  aufsetzte; "was wissen Sie von Harper?

...sobald Harvey seinem Pferde einen Schlag gab, um es anzuspornen, trieb auch Heinrich die elende Mähre, auf der er ritt zu möglichster Eile an.

Die Tür der Hütte aufstossen, sich ihm zu Füssen werfen, seine Kniee mit ihren Armen umklammern und in den Ruf ausbrechen: "Retten Sie ihn; retten Sie meinen Bruder;  halten Sie Ihr Versprechen und retten Sie ihn!"

...ritt er den Flüchtlingen entgegen und versicherte  ihnen mit seiner Stentorstimme, indem er mit dem Säbel auf den Feind zeigte, sie hätten sich im Wege geirrt.

Er fand ihn auf der Rückseite des Hügels, über die der englische Rückzug gegangen war, mit grosser Fassung auf der Erde sitzend und unfähig zu gehen, weil ihm ein Bein zerschossen war.











































Sonntag, 27. Januar 2019

Eduard Klingebeil: Bilder zu J.F. Coopers DER PFADFINDER

Eduard Klingebeil, geboren 1863 Neuchatel, Schweiz; Todestag unbekannt. Klingebeil war Illustrator und Aquarellmaler und lebte in Berlin.



Frontispiz


Sie blieb stehen und erwartete ihn.
"Fürchtet nichts, junges Frauenzimmer," begann der Jäger...
An der Biegung des Flusses erschienen drei Mingos, im flachen Wasser watend. Langsam, anscheinend unschlüssig, kamen sie näher.

Sein Instinkt sagte ihm, dass er es mit Feinden zu tun hatte, und kurz entschlossen sprang er dem Delawaren an die Kehle.

Sie wendete sich und erblickte Pfadfinder an ihrer Seite. Er stand auf seine lange Büchse gestützt, lachte in seiner lautlosen Weise vor sich hin...

"Gerade wie ich's erwartete," versetzte Meister Cap geringschätzig."Nach umfang ein Teich und dem Geschmack nach Abwaschwasser....

Eiligst lief Jasper nach vorn und gewahrte hier etwa hundert Ellen entfernt ein Rindenkanoe, in welchem sein geübtes Auge trotz der Dunkelheit zwei Personen erkannte.

"Was keine Karte an Bord, Sergeant Dunham?"
"Nein wozu auch? Unser Schiffer kennt den See auswendig."

"Noch zwanzig Minuten, dann sitzen wir in der Brandung," antwortete Cap. "Da schau hin; selbst du als Landratte wirst erkennen, dass aus jenem Hexenkessel kein Entrinnen ist."

Mabel schaute ihrem Gast forschend ins Auge. "Du bist keine Verräterin, nicht wahr, Juni?"

Der Korporal tat einen Luftsprung, stürzte nieder auf sein Antlitz und wälzte sich dann auf den Rücken...

"Miss Mabel!" rief er zu den Schiessscharten hinauf; "schöne Mabel, zeigt Eure holde Persönlichkeit!...

...er tat die Pforte auf und empfing den hereinsinkenden Körper des Sergeanten in seinen Armen.

Das Licht der auflodernden Flamme zeigte ihm einige halb im Dickicht versteckte dunkle Gestalten

...und sandte aus seiner Haubitze einen Kartätschenhagel in das Dickicht, in welchem die Wilden versteckt lagen.

Aber Pfeilspitze kam ihm zuvor; er riss ein Messer aus dem Gürtel und stiess es bis ans Heft in des Quartiermeisters Brust.

Dienstag, 13. November 2018

Eduard Klingebeil: Bilder zu J.F. Coopers Der letzte der Mohikaner

Eduard Klingebeil wurde am 23. März 1863 in Neuenburg, Schweiz geboren. 1878 ging er zur See.
Er lebte in Berlin, wo er zahlreiche Abenteuerbücher für den Verlag von Abel & Müller illustrierte.
Es lassen sich keine Daten über sein Leben finden. Auch sein Todestag ist nicht bekannt.


 Frontispiz

Erstauflage 1896

Diese Persönlichkeit  musterte voll bewunderung das vorerwähnte Streitross,...

"Wer kommt da?" rief der Jäger."Christliche Leute und Freunde des Gesetzes und des Königs," lautete die Antwort. Wir haben uns im Walde verirrt und bitten Euch, uns zu sagen, wie weit es von hier nach dem Fort William Henry ist."

Die Fahrt erforderte ein grosses Geschick und genaue Kenntnis des Wassers; es galt Felsen und Wirbel, Untiefen und treibende Baumstämme zu vermeiden.

Man schaffte den nur durch einen Prellschuss betäubten Singemeister und die Mädchen in die zweite Höhle und bereitete sich dann vor, den nächsten Angriff abzuweisen.

Magua verfolgte seinen Weg ohne sich umzuschauen, und selten nur wechselte er ein wort mit seinen Kriegern.

"Bravo, Delawaren!" rief der Jäger jubelnd. "nun noch einen Kolbenschlag auf den Kopf dieses Gewürms, damit wir unserer Sache gewiss sind."

 Der Mann im Mantel zog sich hinter den Baumstamm zurück - da regte es sich unweit von ihm am Strande; ein Mensch näherte sich in der Finsternis, er schlich heran, er erhob eine Büchse und zielte auf den alten Kommandanten - da drückte der Mann im Mantel die Mordwaffe nieder.

"Komm," sagte er, seine besudelte Hand auf Coras Arm legend, "der Wigwam des Huronen steht offen. Ist er nicht besser als dieser Ort?"

" Die Tutpfeife des Singemeisters!" rief er heiter. Jetzt haben wir eine Fährte, wie sie ein Priester nicht deutlicher zurücklassen könnte!"

Einige Minuten später sah Duncan ihn hinter dem ganz achtlos dastehenden Indianer auftauchen; er sah, wie der Jäger die Hand erhob, dann aber wieder sinken liess und, anstatt den Wilden beim Halse zu packen, demselben ganz freundschaftlich auf die Schulter schlug.

...bald mit mächtigem Schwunge über ein hoch loderndes Feuer setzte...


Vorsichtig wich er so weit als möglich von dem Bären zurück, als dieser plötzlich den Kopf zur Seite klappte und an der Stelle des grimmigen Rachens das ehrliche, lautlos lachende Antlitz des Kundschafters zeigte.

Eiligst liefen die Krieger wieder zum Baume; gleich darauf hielt einer von ihnen die Flasche hoch empor. Die Kugel war zur Halsöffnung hinein und durch den Boden hinausgefahren.

Da pckte er die Zweige eines Gesträuchs und fand wieder Halt. Vorsichtig zog er sich empor, schon hatter er  mit den Knien die Felskante erreicht, schon glaubte er sich geborgen, da krachte Killdeer. Maguas Griff löste sich...

"Warum trauern meine Brüder?" sragte er. "Warum weinen mein Töchter darüber, dass ein tapferer Mann nach den glücklichen Jagdgründen gegangen, dass ein Häuptling seine Zeit mit Ehren erfüllt hat?...