Donnerstag, 24. Januar 2019

Emile Zola: Das Glück der Fmilie Rougon illustriert von Wilhelm Martin Busch

Wilhelm Martin Busch (* 1. September 1908 in Breslau; † 7. Juli 1987 in Hamburg) war ein deutscher Illustrator.
Von 1929 bis 1932 studierte er an der Berliner Akademie für Freie und Angewandte Kunst und wurde Pressezeichner und freischaffender Künstler.
1954 zog er nach Hamburg und wurde Lehrer an der Textil- und Modeschule (später Fachhochschule für Gestaltung). 1984 wurde er vom Hamburger Senat zum Professor ernannt.
1976 wurde er mit dem Edwin-Scharff-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg geehrt.
Bekannt wurde Wilhelm M. Busch vor allem als Illustrator von über 300 Büchern. (Wikipedia)


Emile Zolas Das Glück der Familie Rougon (La Fortune des Rougon) mit den Illustrationen von Wilhelm M. Busch erschien 1974.

1974 WILHELM M.BUSCH illustrated EMILE ZOLA’S – LA FORTUNE DES ROUGON ( THE FORTUNE OF THE ROUGON FAMILY ), written in 1871 and the first novel in EMILE ZOLA’S monumental twenty-volume series LES ROUGON-MAQUART. Busch used a ballpoint pen for the illustrations and added some watered ink for grey shades. 


...und so sahen die Einwohner eine ganzeWoche lang dann und wann einen einsamen  grossen Karren vorüberziehen, der die menschlichen Überreste wegschaffte wie Bauschut.

Miette und Silvère verharrten lange in Scheigen. Sie lasen gegenseitig in ihren sorgenschweren Gedanken.

Er nahm Miette in die Arme und küsste sie ein paarmal auf die Wangen.

Sobald die ersten Männer in den Lichtschein traten, sxhmiegte sich Miette unwillkürlich an Silvère, obwohl sie sich sicher fühlte, sogar vor Blicken geschützt.

Sie ergriff die Fahne, drückte den Schaft an ihre Brust und stand hochaufgerichtet da, umwallt von den Falten des blutroten  Banners, das hinter ihr flatterte.

So erschien sie denn am andern Morgen voll kindlicher Freude, um sich ihr Werk bei hellichtem Tage anzusehen...

Ihr Sohn fuhr fort, sie mit seinen harten Blicken umzubringen in der Hoffnung, dass es eines Tages mit ihrem Mut zu Ende sein und sie dann entfliehen werde.

Als sie eines Tages ihrem Ältesten voller Gram die Summen vorwarf, die seine Ausbildung sie gekostet hatte, antwortete er ihr mit nicht geringer Bitterkeit: "Ich werde sie dir später zurückerstatten, wenn ich kann! Aber da ihr kein Vermögen hattet, hättet ihr Arbeiter aus uns machen sollen...

Pascal, der stets lieber lachte, als dass er sich ärgerte, antwortete heiter und mit feinem Spott: "Lass gut sein und beklage dich nicht, ich habe keinesfalls die Absicht, euch gänzlich  bankrott zu machen. Ich werde euch alle umsonst behanden, wenn ihr einmal krank seid."

"Ich weiss zwar nicht, was du machen könntest," wiederholte Félicité, "aber mir scheint, man könnte etwas machen....

Am Morgen seiner Abreise, eine Stunde bevor er in die Postkutsche stieg, zog Eugène seinen Vater ins Schlafzimmer und hatte dort eine lange Unterhaltung mit ihm.

Der gelbe Salon

Wenige Tage später konnte sie in einem Brief von Eugène lesen, dass dieser Helfer beim Staatsstreich ebenfalls mit einem Aufstand rechnete, der dem Vater Ansehen verleihen könnte.

Eine Stunde darauf erschien Angèle in der Druckerei und tat sehr aufgeregt.

"Ich werde schon herausbekommen, wer von euch beiden den Zaster hat. Du hast ihn am Ende schon aufgefressen, was?"

Doch ihr Mann, von dumpfen Groll erfüllt, stand spät auf und sass den restlichen Tag pfeifenrauchend in der Sonne.

...und sprach mit solcher Donnerstimme, dass niemand gewagt haben würde, seine Überzeugtheit zu bezweifeln.

Stundenlang hielt er sie fest in den Armen, um die heftigen Zuckungen zu mildern, die ihre Glieder verkrampften.

 
"Ich brauche niemanden", entgegnete der junge Bursche in stolzen und etwas erregten Ton, "meine Arbeit genügt  für uns beide, für mich und Tante Dide. Sie sind grausam, Onkel!"
"Ich sage nur die Wahrheit, weiter nichts ..."

Deutlich sah man mehrere Leute auf diesem Balkon stehen; den Bürgermeister, den Kommandanten Sicardot, drei oder vier Mitglieder des Stadtrats und andere Beamte. Die Türen unten waren verschlossen. Die dreitausend Republikaner, die diese beiden Plätze füllten, hielten an und hoben den Kopf, bereit die Türen mit einem einzigen Stoss einzurennen.

Silvère hatte sich mit einem Satz auf ihn gestürzt und ihm einen furchtbaren Fausthieb mitten ins Gesicht versetzt.

Miette, die bestürzt fühlte, wie der arme Junge in ihren  Armen geschüttelt wurde, küsste ihn mitten ins Gesicht...

...denn sie stand wortlos auf, hob den Meissel auf und hielt  Silvère hin.

...dass Silvère noch lange danach, als sie nicht mehr dorthin kamen,...jeden Morgen beim Wasserschöpfen unten in dem kühlen Halbdunkeln, worin noch immer alles Glück, das sie dort zurückgelassen hatten, nachzitterte, Miettes lachendes Gesicht zu sehen glaubte.

"Warum hast du sie nicht weggeschickt?" schrie sie und barg den grauen Kopf an der Brust des Burschen. "Sie sind immer noch da. Der da mit der Flinte macht mir ein Zeichen, dass er gleich schiessen wird..."

...wählten die schmalsten Pfade und strolchten oft querfeldein.

Manchmal waren sie einfach traurig, von einer sanften Traurigkeit, und  sie verstanden nicht, was die Toten von ihnen wollten.
                 
Die einzelnen Abteilungen standen in langer Reihe mit dem Rücken zur Ebene, in dem seltsamen Durcheinander ihrer Bekleidung: braune Westen, dunkle Überröcke und von roten Gürteln zusammengehaltene blaue Kittel.

Tot! Bei diesem Wort wankte Silvère. Er hatte sich wieder hingekniet...Als er allein war, schleppte er sich zu der Leiche...

Es gab Stösse, dumpfes Getrampel, den Aufprall stürzender Körper.

Die gesamte Zuhörerschaft hing an Rougons Lippen.

Beim Nachtisch tröstete sie ihn. "Ach du grosses Schaf" redete sie auf ihn ein, "um so besser, wenn der Präfekt uns vergisst...."

Ausserdem hatten sie entsetzliche Angst davor, eine zweite Nacht auf der Terrasse des Herrenhauses der Valqueyras zuzubringen.

Als Frau Rougon eintrat, traf er gerade seine Wahl unter einem riesigen Haufen von Briefen und Zeitungen, zweifelos mit dem Vorwand, sie zu sortieren. er erhob sich mit einem untertänigen Lächeln und zog einen Stuhl heran...

Sie unterdrückte ein Lächeln und begann Mitleid mit dem armen Mann zu fühlen.

Er war völlig allein in dem grossen, leeren Gebäude, dessen hohe Säle lange von seinen Schritten wiederhallten.

Und während die Republikaner voranstürmten, brach aus dem Dunkel des Hofes ein Strom von Flammen, ein Hagel von Kugeln heraus...Die überraschten Republikaner schrien: "Verrat!" und gaben ihrerseits Feuer. Ein Nationalgardist fiel im Torgang.

Als Herr de Blériot unten auf dem Platz Rougon die Hand schüttelte, weinte Félicité.

Tante Dide stand aufrecht vor dem Bett, mit offenem Kleid und aufgelösten Haaren, das bleiche Gesicht voller roter Flecken.

Das war wie ein letzter Hauch des Schreckens, der die Rougons inmitten der Lachsalven und der lauten Fröhlichkeit an der Tafel überlief.

Der Schädel des Knaben platzte wie eine reife Granatfrucht, sein Gesicht fiel auf den Grabstein, seine Lippen drückten sich auf die Stelle, die Miette mit ihren Füssen abgewetzt, auf diese warme Stelle, wo die Liebste ein Stück von sich zurückgelassen hatte.

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